Acht und achtzig Jahr hatt sein Alter,
Seine Bekannten hießen ihn Bettler,
War allzeit dienstwillig Jedermann
Durch sein Werk ward bekannt der Mann,
Darnach verlangt ihn zu sterben,
In Hoffnung das ewig Leben zu erben.«
Gulden, Neudörffers Fortsetzer (s. Ausg. Lochner S. 213, Nr. 14) berichtet über ihn: »Hat das Schraubwerk, wie auch den Druckzeug in Holz, allerlei Figuren künstlich zu drucken, erfunden,« Doppelmayr S. 294: »Ein Mechanicus, war ebener massen, wie sein Bruder Hanns Danner, wegen geschickter Zubereitung groser Hebzeuge und starcker Schrauben-Wercke, wozu ihme seine ordentliche Profession des Schrauben-machens Anlaß gabe, wohl bekandt und berühmt. Er erfande um A. 1550 eine Maschine, die er die Brech-Schraube (davon die 4. und 5. Figur in der XIII. Kupffer-Tabellen zweyerley Gattungen, und zwar die letzte eine geringere, zeiget) benennte, und zur Ausübung übermässigen Forcen brauchte, da er mit Beyhülffe derselben die dicksten Mauren von Thürnen und andern Gebäuen zu brechen und über einen Hauffen zu werffen vermögt, gleichwie er so wohl in Nürnberg A. 1558 an einer starcken Thurn-Mauren, als ausserwärts an denen dicksten Mauren alter Gebäue, seine Proben rühmlichst erwiesen. Erst bemeldte Invention gabe ihm auch Anlaß, daß er die messinge Spindeln zu mehrerer Beförderung der Buchdruckerey, dabey ein Drucker alsdann nur seine halbe Stärke anzuwenden hatte, am ersten bey dergleichen Pressen gantz glücklich angebracht. Starb A. 1585 in dem 88. Jahr seines Alters.«
Eine auf ihn geprägte Medaille ist bei Doppelmayr Taf. XIV abgebildet. Sie zeigt ein kurzes breites Gesicht mit starker Nase, in dem nur die großen Augen den sinnenden Geist verraten. Die Umschrift: »Leonhart Danner. Æ. S. 54. A. 1561« enthält einen Irrtum, der wahrscheinlich auf den Stecher zurückzuführen ist. Statt 54 muß es heißen 64, wie auch in der darunter befindlichen Abbildung der Jamnitzer-Medaille aus 1563 1503 gemacht wurde. Daß der Mechaniker und Maschinenbauer auch Plaketten gearbeitet habe, kann bei der außerordentlichen Vielseitigkeit, durch die die meisten Nürnberger Künstler sich auszeichnen, nicht auffallen. Vielleicht gehört diese Art der Thätigkeit vor die Zeit, die ihn mit großen Maschinenplänen beschäftigte. Ob unser L. D. identisch ist mit dem Künstler, dessen Monogramm auf dem Holzmodell zu der Medaille eines Anthonius Sanftl vom Jahre 1545 (s. Erman, Deutsche Medaill. S. 48) in der k. Sammlung zu Berlin sich befindet, muß ich dahingestellt sein lassen, da ich das Stück nicht gesehen habe.
Das germanische Museum besitzt von L+D 4 Plaketten, die nach Kupferstichen H. S. Behams, und 3, die nach Stichen Aldegrevers gearbeitet sind. Charakteristisch sind die kräftig hervortretenden, stark verästeten Bäume deren Stämme meist eine wagerechte Riefelung zeigen. Die Arbeiten nach Beham weichen nur in geringen Kleinigkeiten von dem Stiche ab, die nach Aldegrever sind stark verkleinert und rund; der Hintergrund ist bei den letzteren selbständig behandelt: er ist mit der bekannten Phantasielandschaft ausgestattet. Das Monogramm des Stechers fehlt auf den Plaketten stets. Da die Stiche sämtlich dem Jahre 1540 angehören, so haben wir in diesem Jahre den terminus a quo für die Entstehungszeit der Plaketten.