III. Sündenfall. K. P. 854. Katal. 452. Durchm. 0,043 m. Bleiguß. Verkleinerte Nachbildung des Stiches von Aldegrever B. 2.

IV. Adam und Eva. K. P. 448. Katalog 453. Durchm. 0,043 m. Bleiguß. Verkleinerte Nachbildung des Stiches von Aldegrever B. 6. (Tafel II.)

Die Darstellungen II-IV sind wahrscheinlich auf Brettsteine zurückzuführen. Während der Korrektur des vorliegenden Aufsatzes hatte Herr Direktor Bösch die Güte, mich auf einen, soeben von ihm für das Museum angekauften Brettstein von Leonhard Danner aufmerksam zu machen. Der Stein (Durchm. O,045 m.) bietet sich dar als »Empfehlungskarte« in modernstem Sinne. Die Vorderseite zeigt in der Mitte eine Tanne (Anspielung auf den Namen Danner), umrahmt von einem Blätterkranze. Die Umschrift (in großen, erhabenen lateinischen Buchstaben) lautet: »Leinhart Daner zv Nvrenberg.« Auf der Rückseite befindet sich, ebenfalls von einem Blätterkranze eingefaßt, ein Hobel und unter ihm zwei kreuzweis übereinander liegende Schrauben. Umschrift: »Schreiner vnd Schravfenmacher.« Der Brettstein ist gepreßt, wir haben es also mit einem fabrikmäßig hergestellten Gegenstande zu thun, der wahrscheinlich dutzendweise gefertigt und auf den Markt gebracht wurde, so daß er für das künstlerische Können Danners keinen Beweis liefern, die Hypothese also, daß das Monogramm L. D. auf der Plakette mit »Leonhard Danner« aufzulösen sei, nicht unterstützen kann.

Zeigten die Werke der Meister, die wir bisher betrachtet haben, eine bestimmte technische und stilistische Verwandtschaft, die man als Schule Flötners bezeichnen könnte, so mögen jetzt zwei Plakettenserien folgern, deren Schöpfer eine selbständigere, originellere Stellung einnehmen.

Die Plaketten des einen Meisters, der den besten deutschen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an die Seite gestellt werden muß, sind mit Ausnahme einiger Körperteile der Hauptfiguren in ziemlich flachem Relief gehalten, sodaß schon aus diesem Grunde der Hintergrund weniger energisch hervortritt und das Augenmerk ungeteilt an die im Vordergrunde zur Darstellung gebrachte Scene gefesselt bleibt. Die Bäume zeigen eine völlig andere Technik, als die Flötnerschen. Sie sind weniger plastisch, sondern breit, malerisch behandelt. Die Wolken werden nur schwach, oft durch Spiralen, angedeutet. Vorzüglich aber ist die Darstellung der schlanken, eleganten Personen mit ihren lebhaften und graziösen Bewegungen. Die nackten Körper sind ausgezeichnet modelliert, bei den bekleideten liegt die antike Tracht so eng an, daß man ebenfalls jede Muskel und jede Linie des Fleisches erkennen kann. Die Arbeiten erinnern an die besseren Schnitte Virgil Solis. Diesem Meister weise ich folgende Plaketten unserer Sammlung zu:

1) Hirschjagd. K. P. 897. Katal. 532. Br. 0,113 m., H. 0,05 m. Bleiguß. Tafel II.

Links Hirsch von drei Hunden angefallen, deren einen er aufspießt. Von rechts reitet ein Jäger an in antikem Kostüme, in der Linken den Jagdspeer schwingend. Rechts im Hintergrunde enteilt nach rechts eine Hindin, in der Mitte ein Jäger mit Horn und Lanze, nach links laufend. Der Schwanz des einen Hundes links ragt über den Rand hinaus.

2) Löwenjagd. K. P. 896. Katal. 533. Br. 0,118 m., H. 0,051 m. Bleiguß.

Rechts wird ein Löwe von vier Hunden angegriffen. Einer liegt bereits überwunden unter ihm. In seinem Genick sitzt ein Pfeil. Von links kommt ein mit antikem Helm bedeckter, sonst nackter Reiter angesprengt, von einem Tuche umwallt, in der Rechten einen Säbel haltend. Neben dem Gaul läuft ein Hund. Mitten im Hintergrunde nach rechts eilend ein Jäger mit gespanntem Bogen.

3) Vulkan, Amor Pfeile schmiedend. K. P. 864. Katal. 592. Oval. Br. 0,085 m., H. 0,107 m. Bleiguß.