Links an einen Baum gebunden die von einem Laken verhüllte Leiche eines bärtigen Mannes. Ein Pfeil steckt in der Gegend des Herzens. Neben ihm, dem Hintergrunde zu, eine Tragbahre. In der Mitte die drei Söhne. Zwei, bärtig, stehen, mit Bögen bewehrt. Der dritte, bartlos, kniet vor dem rechts sitzenden Richter, der in der Rechten ein Scepter trägt. Im Hintergrunde die Ruinen einer Burg.
Die Darstellung ist so bekannt und künstlerisch so oft verwertet (cf. z. B. Weltmann, Holbein S. 140, Mummenhoff, Das Rathaus in Nürnberg S. 336, v. Térey, die Handzeichnungen des Hans Baldung I, 45), daß der Hinweis auf die Gesta Romanorum in der angeführten Ausgabe S. 342 f. und S. 719, 45 genügen mag. In Collect. Spitzer, Bd. III, S. 15, Nr. 29 ist allerdings die Deutung trotzdem falsch.
5) Ein Vater verurteilt seine Tochter. (S. Barbara?) K. P. 249. Katal. 573. Br. 0,065 m., H. 0,024 m. Bleiguß.
Links sitzt ein nackter bärtiger Mann mit abgewandtem Haupte, in der vorgestreckten Linken das Scepter haltend. Rechts von ihm eine bekleidete Frau und ein bärtiger Mann in antikem Kostüm, der mit der Rechten auf den Richter zeigt. Ein anderer Mann in antiker Kleidung hat seine Linke auf die Schulter der Frau gelegt und hält in der emporgehobenen Rechten das gezückte Schwert. Weiter rechts drei Krieger, die aus einem Thore kommen.
Ob wir es wirklich mit der Geschichte der h. Barbara (vergl. den Holzschnitt von Aldegrever, Nagler, Monogr. I, S. 293, Nr. 32) zu thun haben, mag dahin gestellt bleiben. Die Auswahl ist in diesem Falle eine zu große, um eine sichere Entscheidung zu erlauben.
6) Mucius Scävola. K. P. 247. Katal. 571. Br. 0,065 m., H. 0,024 m. Bleiguß.
Links auf dem Throne sitzt Porsenna, in der Rechten das Scepter haltend. Vor ihm auf rundem Postament das Kohlenbecken, aus dem die Flamme schlägt, und in das Scävola seine rechte Hand hält. Hinter ihm ein, rechts von ihm drei bewaffnete Krieger. Alle Personen in antiker Tracht.
Bleiguß in Kassel.
Drei der zuletzt beschriebenen Plaketten (1, 2 u. 4) befinden sich auf einem Pokale, der im Besitze Spitzers war und »Collektion Spitzer« Bd. III, S. 15, Nr. 29, folgendermaßen beschrieben ist: »(Argent doré) Le vase se compose d’une partie cylindrique reposant sur deux disques aplatis ornés de mascarons d’hommes et de femmes, entourés de cartouches, séparés par des godrons sur l’un desquels est gravé un dragon héraldique levant une épée, accompagné des lettres B. L. Sur la partie cylindrique sont représentées en bas-reliefs fondus et ciselés, séparés par des termes, trois scènes appartenant à une même suite (folgt die Beschreibung der Plaketten). Le pied, en balustre, est orné de mascarons en forme de termes. Sur la platte, deux figures de fleuves et deux sources couchées, appuyées sur des urnes; sur le bord, des arabesques gravées.
Le couvercle est orné sur le bord d’un rang d’oves au-dessus duquel est gravée l’inscription suivante: CAVETE AVTEM VOBIS § NE GRAVENTVR CORDA § VESTRA CRAPVLA. Au-dessus de cette inscription se déroule une frise représentant de petits génies jouant sur les flots et des monstres marins. Au-dessus d’une seconde frise est un sujet deux fois répété: un homme et une femme s’embrassant, accompagnés de deux amours. Une figurine d’enfant nu, tenant un écusson, termine le couvercle et forme le bouton. Sur l’écusson, sommé d’une mitre, d’une crosse et d’une épée, on voit un trèfle accompagné de deux étoiles en chef (Wappen des Bistums Sitten). Enfin à l’interieur du couvercle est rapportée une plaquette repoussée, représentant la Trinité. Sur le bord sont gravées les initiales L+L. Hauteur: 0,260 m.«