Ich erschrak ganz schön. Jemand war uns also gefolgt. Wo kam dieser Mann überhaupt her. Hatte er auf uns gewartet. Er schien kein Halunke zu sein. War er ein guter Mann? War er vielleicht derjenige, der die Indianerfrau bezahlt hatte? Wie dem auch sei, ich wäre lieber allein geblieben.
"Julia Carter." Ich verriet meinen wirklichen Namen niemand. "Freut mich", log ich. "Wer sind Sie?".
"Durchreisender, Missis! Nach Denver, Colorado. Ich hab gehört, was im
Saloon geschah. Hat mir gar nicht gefallen. Aber wissen sie, eine
ehrenhafte Frau, wie sie, hat in diesen Gegenden auch nichts zu suchen.
Wenigsten nicht ohne Schutz. Möchten sie nicht, dass ich sie begleite?
Gehen sie überhaupt in meine Richtung?"
"Und warum soll ich IHNEN trauen, Mister McGee. Könnten Sie nicht einer der Billy Kane Leute sein."
"Bin ich aber nicht. Ich will Sie ja auch zu nichts zwingen. War nur ein
Vorschlag."
"Gut. Danke, Mister. Wir brauchen ihre Hilfe nicht. Wir möchten allein gelassen werden, wenn es ihnen nichts ausmacht." Obwohl das nicht ganz wahr war, dass wir seine Hilfe nicht hätten gebrauchen können, wollte ich ihn testen. Wenn er jetzt aufdringlich würde, wusste ich, dass er kein Gentleman war.
"Auch gut, Missis. Falls sich unsere Wege wieder kreuzen sollten, und Sie ihre Meinung geändert haben, sagen Sie's. Übrigens nennen sie mich Stuart! Also, gute Reise." Damit ritt er davon, schaute sich aber ein oder zweimal nach uns um.
"Er scheint ein netter Mann zu sein", sagte Lisa und auch Jack fügte hinzu: "Mom, er könnte uns den Weg zeigen." Aber Sara wandte ein: "Nur weil er nett aussieht, kann man ihm noch lange nicht trauen. Vielleicht will er sogar bezahlt werden."
Als er fast in der Dunkelheit verschwunden war, rief ich : "Stuart!
—Stuart!"
"Ja, Madam. Ist was nicht in Ordnung. Kann ich etwas für Sie tun."