Jack versuchte Gold zu finden, ein Traum seit seiner Kindheit. Ein kleiner Fluss schlängelte sich bei unserem Camp vorbei. Er arbeitete hart um wenigstens Staub zu finden. Stuart zeigte ihm, wie man die Pfanne gebraucht.

"Nur Geduld, Junge. Immer ein bisschen Wasser, dann wieder schwenken um den Dreck wegzuwaschen. Gold ist schwerer, es sinkt an den Boden. Nur nicht das Gold auswaschen, sondern den Sand und die Steine obendrauf. Die grössten Steine kannst du von Hand oben ablesen, dabei aber immer gut achten, dass du kein Nugget fortwirfst. Ist schon passiert. Der ganze Dreck muss schön nass bleiben. Nicht zu stark schwenken! So ist's gut."

"Stuart, Stuart, ich seh was blinken. Schau, ist das Gold. Hier, diese kleinen Körner in diesem schwarzen Dreck." Er zeigte auf den kleinen Überrest, der sich nach all dem Auswaschen in der Pfanne befand.

"Ja, Junge das ist's. Echtes Gold. Hier ich hab eine kleine Flasche für dich, da kannst du es reinstecken. Den schwarzen Dreck auch, denn der enthält viel Goldstaub, das man mit der Hilfe von Quecksilber ausscheiden kann."

Jack war überglücklich. Er arbeitete den ganzen Nachmittag. Stuart und Sara und Lisa spielten Karten. Stuart lehrte sie, wie man Poker spielt. Dabei hatte er seine Mühe, denn die Mädchen waren weniger am Pokerspiel interessiert als an der Aufmerksamkeit, die Stuart ihnen schenkte. Wie er es so lange mit ihnen aushielt, weiss ich nicht. Er schien sich grossartig zu amusieren. Auch die Mädchen hatte ich seit langen nicht in so guter Laune gesehen. Letzten Endes waren es dann aber doch die Mädchen, die genug davon bekamen.

Hie und da gingen Reiter vorbei. Der Campplatz war etwa eine viertel Meile vom Pfad abgelegen. Dann sah ich vier Reiter kommen. Sie gingen nicht vorbei, sondern kamen auf unsern Platz zu.

Ah das konnte nicht sein—nein—das war doch nicht. Doch ja, zu meinem
Schreck stellte ich fest, es war Billy Kane mit drei anderen.

"Es ist Billy Kane", flüsterte ich Stuart zu. Ich hoffte, er würde alle vier augenblicklich niederschiessen. Das konnte man doch von einem Mann wie Stuart erwarten, nicht? Er wollte uns ja beschützen. Doch dann dachte ich, nein, das ist doch ein Bisschen viel verlangt von einem einzigen Mann, sogar wenn ihm Jack geholfen hätte. Doch der war noch am Fluss. Sowieso, Stuart konnte doch nicht einfach auf diese Männer losschiessen, sie hatten ja niemand umgebracht, nur eine Dame belästigt.

Als Billy mich sah, schien er ebenfalls zu erschrecken. Das war sonderbar, er war doch kein Mann der leicht erschrak, und besonders nicht vor mir.

"Aah, schönes Tägchen. Treffen wir uns wieder. Die wunderhübschen
Dämchen und so ganz alleine."