"Schon gut, Stuart." Wer könnte dieser gute Geist gewesen sein. War es ein guter Geist, oder nur jemand anders der hinter mir her war? Aber dann hätte er ja Stuart auch erschiessen können. Sicher hatte er über Stuart gewusst. Er musste ja schon früher näher geschlichen sein.
Könnte es Josh gewesen sein? Aber der war wahrscheinlich schon in Kanada.
Zudem könnte es nicht Josch sein, sonst würde er sich doch zu erkennen
geben. War es der Narbenkopf, der auch die Indianerfrau geschickt hatte?
Oh wie gerne hätte ich gewusst.
Trotz diesen Zweifeln fühlte ich mich, wie wenn da jemand wäre, der für mich Ausschau hielt, der für mich sorgte. Mein ganzes Wesen fühlte sich erleichtert. Ich hätte lachen können. Es war so ein gutes Gefühl. Es war ein wunderbares Gefühl.
Wir begruben sie am nächsten Tag. Stuart wollte die wertvollen Sachen mit sich nehmen und in Denver verkaufen. So nahmen wir alle Pferde, Sättel und Revolver mit. Ein Pferd fehlte aber und wir konnten es nicht finden. Geld hatten sie nicht viel. Vielleicht hatten sie auch unser Geld gewollt, nicht nur unsere Körper.
Wir ritten weiter. Ich war voller Hoffnung und wusste nicht warum.
* * *
Wir ritten in Richtung Denver, wo Stuart uns verlassen würde. Ich würde ihn vermissen. Darum freute ich mich nicht auf Denver, und versuchte unsere Reise so lang als möglich auszuzögern. Stuart war ein guter Freund und er war männliche Gesellschaft.
Ich mochte Stuart, aber Stuart war kein Held. Nicht das, was ich mir als Mann wünschen würde. Er sah sehr gut aus, war gross und stark. Aber sicher und beschützt fühlte ich mich in seiner Nähe nicht. Ich wunderte mich, wie ich Josh jetzt einschätzen würde, nach allem was passiert war.
Wäre er mir jetzt zu sanft. Hätte ich jetzt lieber einen Mann wie den Wirt im Saloon, der aggressiver war und der für mich aufstand. Doch nein, ich liebte Josh, sein gutes Herz, seine zurückhaltende Höflichkeit. Aber gut wäre es, wenn Josh mich auch in allen Situationen beschützen könnte. Wenn er genau so hart sein könnte, wie er sanft sein konnte. Vielleicht war Josh ein Bisschen verhätschelt worden als Kind. Nicht verwöhnt, das nicht. Doch sein Vater wie seine Mutter waren starke Persönlichkeiten gewesen und hatten gut für Josh gesorgt. Zu gut.
In dieser Richtung wollte ich Josh wachsen sehen, dass er sein sanftes Herz bewahrte, aber unter einer rauhen Schale, die hart war wie Stein und an die man sich klammern konnte wie an einen Fels in der tobenden See.