Sollte ich mich zurückziehen, jetzt wo er noch etwa vierzig Yard entfernt war. Vielleicht konnte ich es noch unbemerkt schaffen. Oder sollte ich warten. Vielleicht würde er gar nicht so weit kommen. Nein ich musste weg. Er hatte wohl diesen gefällten Baum im Auge. Ich schlich mich weg wie eine Schlange, auf Ellbogen und Bauch. Sehr langsam nur, denn er durfte mich nicht hören. Jeden trockenen Zweig schob ich leise beiseite. Er kam sehr schnell näher. Ich konnte ihn hören. Ich schaffte es gerade noch hinter einen grossen Stein zu kommen. Er war schon beim toten Baum angelangt. Würde er weiter gehen? Ich hielt meinen Atem an. Nein, ich hatte Glück gehabt. Er fing an, Äste abzuhacken und nach einem Weilchen, nahm er das Bündel und verschwand. Ich atmete erleichtert auf.

Auch ich verschwand. Ich war hier viel zu nahe. Ich ging zurück zum Pferd und ritt eine Meile weiter dem Fluss entlang. Dort liess ich das Pferd, und zurück ging es zu Fuss, diesmal vorsichtiger. Die Sonne stand gerade noch über dem Gipfel des nähesten Berges. Bald würde sie hinter den Berg sinken. Es würde noch etwa eine gute Stunde hell bleiben.

Ich kam beim gleichen Ort verbei. Hörte nichts. Doch jetzt! Ich konnte ich sie in ihrem Camp vernehmen. Sie waren nicht gerade die leisesten Burschen. Ich schlich an den Waldrand. Da war es, ihr Camp. Sie waren gerade beim Kochen.

In der Ferne, etwa hundert Yard hinter ihnen sah ich Julia, die andern waren verdeckt von den Bäumen, die hinter Billys Camp in die kleine Ebene hinauswuchsen. Ich ging in den Wald zurück und schlich mich vom Fluss her in die kleine Wald-Halbinsel hinein, die zwischen Billys Camp und Julias Camp lag. Jetzt war ich nur etwa fünfzig Yard von Billys Camp entfernt. Ich musste vorsichtig sein.

Ich war auch etwa fünfzig Yard von Julia. Ich wollte näher sein. So kroch ich näher. Bis etwa zehn Yard. Jetzt sah ich ihre Gesichter und konnte ihnen zuhören. Wie schön das war. Es wäre noch schöner gewesen, wäre ich nicht so nahe einem Ameisenhaufen zu liegen gekommen. Die kleinen Biester krochen über mich und verzehrten mich lebendig. Sie stachen mich am ganzen Körper. Ich musste meine Position ändern. Das brauchte eine schöne Weile und jetzt war es schon fast dunkel.

Falls ich einen Zweig knacken sollte war es hier nicht so gefährlich, da
Billy denken würde es käme von Julias Camp und Julia denken würde, der
Lärm käme von Billys Camp. Doch es war besser, Acht zu geben. So
brauchte jede Bewegung seine Zeit.

Jetzt konnte ich mich entspannen und zuhören. Es war schon dunkel. Ich
würde die Nacht hier verbringen müssen. Ja, Liebe verlangt ihre Opfer.
Gegessen hatte ich auch nichts, und die Düfte von Reis und Bohnen die von
Julias Camp wehten, waren verführerisch.

"Ich hab keinen grossen Hunger, Mam", klagte Lisa. Ich schon, dachte ich.
Ihr könnt ja das Essen in meine Richtung senden.

"Ich glaube uns ist allen der Appetit vergangen, ausser natürlich Jack, der kann immer essen", sagte Julia mit trauriger Stimme.

"Mom, was Gutes würde es tun, nicht zu essen?" fragte Jack, der sich verletzt fühlte, so als ob er sich nicht um das Wohl der Familie sorgte.