Als sie sich beruhigte, sagte ich schnell: "Da ihr jetzt alle wieder zusammen seid, braucht ihr mich nicht mehr. Bitte entschuldigt mich, ich muss nach meinem Pferd schauen. Ich hab es einfach stehen gelassen." Ich wollte weg und weitere umbequeme Fragen vermeiden.

"Oh, Mister nehmen Sie doch eins von unseren Pferden, dann müssen sie nicht zu Ihrem Pferd laufen. Und kommen Sie doch zurück, wir hätten sie gerne zum Essen hier."

"Ja, bitte kommen sie zurück, wir müssen doch alles Jack und Stuart erzählen" fügte Lisa hinzu. Sie schien das Drama in der ganzen Affäre zu geniessen.

Sara kam noch einmal zu mir und schüttelte meine Hand mit einem dankbaren Blick, ohne etwas zu sagen. Mein Herz stand fast still. Oh wie ich sie liebte. Ich liebte sie alle, doch ich musste weg.

"Schon gut, Missis Carter, ein kleiner Spaziergang wird mir gut tun. Auf Wiedersehn. Ich hoffe wirklich euch wieder einmal zu treffen," sagte ich aufrichtig und schritt schnell weg. Ich versuchte nicht zu hinken, obwohl meine Hüfte schmerzte, sonst hätten sie mich sicher zum Bleiben überredet.

Ich fand mein Pferd wieder und sogar das Lasso hatte sich in ein paar Zweigen verfangen und war nicht den Fluss hinuntergeschwemmt worden. Nur meine Hüfte schmerzte noch. Ich konnte aber reiten. Morgen würde es noch mehr schmerzen. Ich ritt am Fluss entlang. Ich wollte eine Campstelle finden. Als ich bei ihrem Camp vorbei kam, sahen sie mich und winkten über den Fluss. Ich winkte zurück. Ich sah, dass Jack und Stuart, die mittlerweilen zurückgekommen waren, drei Hühner geschossen hatten. Ich freute mich mit Jack.

Ein Bisschen Fleisch hätte mir auch gut getan, doch mit meiner Hüfte wollte ich nicht weit. Ich wollte sowieso in ihrer Nähe bleiben, jedoch unbemerkt. Ich fand ein Camp am Fluss nicht weit von wo ich in den Fluss gesprungen war. Ich schnitt einen langen Stock, befestigte Schnur daran und am Ende der Schnur einen Fischhaken. Mit ein Bisschen Pferdehaar formte ich eine Fliege und band sie an den Haken. Im Nu hatte ich einige Forellen gefangen. Das würde mein Dinner sein. Mein Schöpfer hatte mich aus seiner Schöpfung versorgt.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, in der Dunkelheit doch an ihr Camp anzuschleichen und zwar nah genug, um ihre Konversation zu hören. Im Besonderen wollte ich erfahren, was Julia über mich, das Narbengesicht, dachte. Das Gespräch drehte sich auch sehr viel um mich, mit den Geschehnissen des Tages.

Ich erfuhr, dass sie glaubte, ich hätte die Indianerfrau geschickt. Sie glaubte auch, dass ich Billy Kane erschossen hätte. Und sie glaubte dass ich ihnen folgte, denn sie glaubte, dass ich ein Revolvermann war, der von Josh Custer geschickt worden war, um sie zu beschützen. Sehr interessant, dachte ich.

Lisas Halstuch hatte ich noch immer nicht zurückgegeben können.