Dann zog er seinen Notizblock hervor und schrieb mit einer Langsamkeit, welche Frau von Birken dem Wahnsinn nahe brachte, mehrere Medikamente auf, die Martha sofort aus der Apotheke holen sollte.

Das Mädchen eilte weg, und Karl, der eben aus der Nachmittagsschule gekommen war, begleitete sie; ihm war es zu unheimlich, im Hause zu bleiben.

Die Minuten dehnten sich zu Ewigkeiten.

Ein atemraubendes Schweigen herrschte in dem Zimmer, nur von Zeit zu Zeit unterbrochen durch das furchtbare Röcheln, das sich aus Heinrichs Munde rang.

Frau von Birken hatte den Kopf des Bewußtlosen an ihre Brust gebetet und bedeckte seine bläulichen Lippen, seine fühllosen Hände mit heißen Küssen.

„Mein Glück, mein geliebtes Kind, sprich doch nur ein Wort, ein einziges, einziges Wort. Liebling ... Heinrich...“

In ihren sonst so heiter liebenswürdigen Augen flammte ein tragisches Feuer.

Dann versank sie in verzweifeltes Schweigen.

Monikas Nerven hielten das nicht mehr aus. Jede Faser in ihr war zum Zerreißen gespannt; eine Jagd von Gedanken stürzte durch ihren Kopf, wirr, zusammenhanglos.

Sie schritt taumelnd hinaus, öffnete die Korridortür, um die Treppe hinabzuspähen.