„Ich bin, was das Essen anbetrifft, sehr anspruchslos.“

„Außerdem: Monika hält keine Ordnung. Alles wirft sie durcheinander und verlegt sie! Nicht einen Knopf näht sie sich allein an!“

Wetterhelm sah tiefsinnig auf einen Knopf, der halb abgerissen an der Bluse der Sprecherin baumelte, und sagte: „Ich werde ihr eine Zofe halten, die genau so gut ist wie die Köchin.“

Frau von Birken seufzte: „Ach, Monika hat so gefährliche Anlagen. Sie ist so eigenwillig. Sie macht sich über alles eigene Gedanken; sie respektiert nichts! Nicht mal mich als Mutter! Nicht mal Goethe. Und immer muß sie ihren Willen durchsetzen! Monika ist ein Engel, wenn man ihr den Willen tut, aber den muß man ihr tun!“

„Darin wird sie sich wohl ein wenig ändern,“ sagte Wetterhelm, mit demselben Gleichmut, den er bisher zur Schau getragen.

„Sie ändert sich nicht, sie ist jetzt siebzehn Jahre und war immer so.“

„Mit siebzehn ändert man sich noch oft.“

Da Frau von Birken dieser Aeußerung nicht recht was entgegenzusetzen wußte, sagte sie: „Erlauben Sie, daß ich meinen Sohn rufe...“

Heinzemännchen erschien.

Er trug den neuen, unendlich langen Gehrock und sah sehr sorgenvoll aus.