Das war die erste Enttäuschung ihres Liebesglücks.

Sie war zu jung, um lange bei diesem Gedanken zu verweilen. Der nächste Tag schon brachte neue Freuden. „Schön, schön wie die Wirklichkeit,“ sagte Monika.

Und immer wieder durchzuckte sie der Gedanke: „Ach, die Zeit anhalten!“

Mit heißem Bedauern sah sie jedem verflossenen Tage nach wie einer schönen Blume, die abblüht, die allzu schnell verwelkt.

Und wie bald war der Tag gekommen, an dem man, an Bord des mächtigen Asiendampfers stehend, Genua im violetten Dunst der Ferne verschwinden sah.

Monika war ein bißchen unglücklich darüber, daß man die kleine Villa und den großen Garten verlassen — und sehr glücklich darüber, daß es nun neuen Wundern entgegenging.

„Jetzt wird’s immer noch schöner?! Nicht wahr, Georg?“

„Sicher, Liebling; aber eins: hier auf dem Schiffe wissen nun alle Leute, wer wir sind, wissen so viele, daß ich als Konsul rübergehe. Du mußt Dich von nun an zusammennehmen. Für mich allein habe ich Dein begeisterungsfähiges Wesen immer sehr reizend gefunden, aber als Frau eines Beamten darfst Du wirklich nicht mehr wie ein eben dem Pensionat entlaufener Backfisch herumspringen. Für eine Frau unserer Kreise ist es am angemessensten, man spricht gar nicht von ihr, weder im Guten noch im Bösen. Korrekt, mein kleiner Schatz, korrekt!“

Gedankensprung

Und Monika wurde korrekt. Schneller als sie selbst, schneller als Georg es für möglich gehalten. Wohl schäumte sie im ersten Jahre ihrer Ehe noch mitunter auf wie ein junges Pferd, das sich ins Gebiß verbeißt.