„Monika!“

Georg Wetterhelm preßte die harten Lippen aufeinander. Er sprach kein einziges Wort mehr... zu seinem Glück, das von ihm ging.

Ende des Kapitels

12.

E

Ein altes, winkliges Haus in einer von Zürichs Straßen. Ausgetretene Treppenstufen, schiefe Türen, an denen Dutzende von Visitenkarten mit Reißnägeln angeheftet waren. „Stud. jur. Freiherr von Neuern, stud. med. Hans Fischer, stud. med. Pietro Liguro, stud. med. Olga Nikolajewna Murawska, stud. phil. Bertha Reckling.“

Vier Treppen hoch hauste Bertha, die seit einem Semester in Zürich studierte, zusammen mit der Studentin der Medizin Murawska.

Die Wohnung bestand aus drei Stübchen und einer kleinen Küche. Die letztere wurde wenig benutzt, da die Mädchen ihre Mahlzeiten in einem Restaurant einnahmen und sich zu Hause nur das erste Frühstück bereiteten. Bertha hatte zwar zuerst vorgeschlagen, hier zu kochen, aber sie hatte es bald aufgesteckt. Es war gar zu unbequem. Allein das Feuermachen erforderte so viel Zeit und Mühe, und es war so umständlich, die Vorräte die vier Treppen hinaufzuschleppen.

Außerdem war Olga Nikolajewna den kulinarischen Bestrebungen Berthas durchaus feindlich gesinnt.

Sie behauptete: viel Essen wirke schädlich auf die Gehirntätigkeit. Nur die Deutschen äßen so viel, und Bertha würde es nie zu etwas bringen, wenn sie sich nicht auch angewöhne, des öfteren nur von Tee und Zigaretten zu leben.