Das war ja nur Nervosität gewesen, sicherlich!
Nur die Schuld der häßlichen, ärmlichen Umgebung. Oder die Schuld der allzu abstrakten Wissenschaft....
O, nur weg von hier, fort von Zürich. Es war nichts mit dem Studieren. Die ganze Umgebung hier, all die Leute mit den schlechten Manieren — das alles war nicht zu ertragen, wenn man fünf Jahre lang Georg Wetterhelms Frau gewesen war.
Sie wollte fort. Irgendwo in die große bunte Welt, all die Schönheit genießen, die da aufgeschlagen lag wie ein Märchenbuch mit schönen Bildern.
Und all diese Schönheit wollte sie beschreiben, sich ganz der Kunst widmen, die der leuchtende Stern ihrer Kindheit gewesen. Sie wollte denken und dichten, sie wollte glücklich sein! Ja sie war überzeugt, daß sie dann glücklich werden mußte!
Noch am selben Tage teilte sie Bertha ihren Entschluß mit.
Diese war überrascht, nahm die Sache aber nicht sehr wichtig. Dagegen empfing Edith von Gräbert einen großen Eindruck von der Neuigkeit, daß Monika fort wolle.
Wo denn hin? Nach Luzern zuerst? — Da käme sie mit.
Monika war überrascht von diesem Angebot; sie stand sich nicht so freundschaftlich mit Edith, als daß es gerechtfertigt gewesen wäre.
Immerhin war gegen das, was Edith sagte, nicht viel einzuwenden: sie war ermüdet, überanstrengt, mußte mal ausspannen. Sie würde sich sehr glücklich schätzen, wenn sie sich Monika anschließen dürfe.