Und die, an die diese Frage gerichtet war, verstand plötzlich. Verstand, daß da neben ihr und für sie die rote Rose Leidenschaft aufgeblüht war, von deren heißer Schönheit sie ihr Leben lang geträumt.

Ein Wirbel von Empfindungen war in ihr, sie war keines klaren Gedankens fähig.

In ihrem von der sengenden Hitze und den machtvollen Tonwellen überreizten Gehirn bebte nur ein Gedanke: die rote Rose Leidenschaft...

Gleich darauf trennte man sich. Die Damen gingen in ihre Zimmer hinauf, um sich zum Diner umzuziehen.

Und während Monika damit beschäftigt war, die Haken ihres weißen Chiffonkleides zu schließen, öffnete sich die Tür, die zu Ediths Zimmer führte.

Ohne angeklopft zu haben, trat Edith herein und sagte mit vor Aufregung verzerrtem Gesicht:

„Sie scheinen ja Ihre Freundschaftsmission recht hübsch ausgeführt zu haben.“

„Was wollen Sie damit sagen?“

„Daß Sie Lust nach einem zweiten Gatten spüren, ehe Sie den ersten los sind.“

Eine brennende Zorneswelle überflutete Monika. Sie wollte auf Edith los, ihr die Faust mitten in das blasse, höhnische Gesicht hineinschlagen, aber mechanisch gehorchte sie den Worten, die ihr, wie von Georgs Stimme gesprochen, in den Ohren klangen: „Ruhe, Selbstbeherrschung...“