Ach was, Georg! Schon wieder Georg.... Trotzig bejahte sie, als Lork sie fragte, ob sie noch ein Glas wolle. Und von neuem rann der seltsam brennende Trank ihr durch die Kehle.

Das Gespräch kroch dahin wie ein verwundetes Tier; langsam.. schleppend.. plötzlich ein paar krampfhaft schnelle Vorwärtsbewegungen.. und wieder.. der langsame Trott...

Da sagte Lork in eine Stille hinein, in der man nur die Fliegen summen gehört: „Ich werde Ihnen etwas Musik machen.“

„Spielen Sie denn?“ rief Edith lebhaft.

Er hatte sich erhoben. Man ging in eines der Gesellschaftszimmer. Blauseidene Vorhänge dämpften dort das Licht. Durch einen Spalt fiel eine schräge Sonnenbahn ins Zimmer, Millionen Sonnenstäubchen flirrten goldig.

Und dieser zuckende Flimmerschein beleuchtete Harry Lorks Züge, als er spielte. War es diese unruhige Beleuchtung, die sein Gesicht so verändert erscheinen ließ? Wo war nun die träumerische Weichheit, die sonst in seinen Augen lag?

Zwei Fackelbrände waren aufgelodert in diesen Augen, zwei harte Linien zogen sich von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln hinunter, der Unterkiefer war vorgeschoben, wie in Gier und Qual...

Und seine Hände, seine sonst so kraftlosen Hände mit den schmalen Gelenken hatten eine fanatische Energie, seit sie die Tasten berührt. Melodien stiegen empor.. brennend wie der Sommerwind, der den Blüten den Samen aus den Kelchen gerissen ... Melodien, die die Zuhörer aufwühlten, daß die Männer blaß wurden und die Frauen erröteten...

Die Leidenschaft war’s, die aus diesen Tasten schrie.. und eine Frage.. eine sehnsuchtzitternde, qualvoll inbrünstige Frage....

Eine Frage war’s, das fühlten sie alle hier.