Aber seitdem er da war, hatte sie jedenfalls nur für ihn noch Augen, und die schöne Mama bezeigte ihrem Manne eine hingebende Liebe, die als geradezu vorbildlich für eheliches Glück hätte gelten können.
Berningen machte jetzt aus Verzweiflung Edith die Cour, Monika war seiner Ueberzeugung nach „in festen Händen“; Lork wich ihr ja nicht von der Seite.
Edith sagte sich, daß die Redensarten Berningens nicht den mindesten Wert für sie besäßen. Sie wußte, daß er sich mit seiner knappen Zulage nur mit Mühe bei den Kronprinz-Ulanen zu halten vermochte; er konnte unbedingt nur ein reiches Mädchen heiraten.
Und doch blieb es nicht ohne Eindruck auf sie, wenn er ihr Schmeicheleien sagte.
Und wenn sie zehnmal wußte, daß das nur dumme Redensarten waren... sie hatte zu lange Jahre gedarbt, um jetzt nicht auch Brosamen zu genießen.
Sie versuchte gegen das Wohlgefühl anzukämpfen, das sie durchrieselte, wenn die hübschen, leichtsinnigen Leutnantslippen ihr Freundliches zuflüsterten. Sie versuchte ganz bewußt, diesen Flirt dazu auszunutzen, um Lork eifersüchtig zu machen, aber das schien vergebliche Mühe. —
Herr von Milorski war entzückt von der Hitze und zog sich die Verwünschungen der anderen zu, als er „hoffte, es würde noch monatelang so fortgehen“.
Ja, er hoffte es!... Lag doch oben seine furchtbare Ehehälfte, machtlos hingestreckt im verdunkelten Zimmer, und im Zimmer nebenan, ebenso machtlos, ebenso unschädlich gemacht die dräuende Schwiegermutter.
So saß man nun in der Bar des Hotels und trank auf Lorks Rat Whisky.
Monika konnte zwar ein gewisses unangenehmes Gefühl nicht loswerden. Der Whisky schmeckte ihr, sogar sehr — aber wie Georg das wohl gefunden haben würde, wenn eine Dame in der Bar saß und Whisky trank?