„Ah, Fürst Herrlingen.“

Wie lange ihr das schon her schien, seit sie ihn zum letztenmal gesehen. Und es waren doch erst zwei Jahre, daß sie die Botschaft in London verlassen. Sie hatte dann mit dem Fürsten noch korrespondiert, und oft hatte er ihr geschrieben, welchen Spaß ihm ihre witzigen Briefe machten.

Ob Herrlingen wohl wußte, wie sich ihr Lebensschicksal inzwischen gestaltet?

Sie war verlegen, murmelte irgend etwas, daß sie hinauf müsse, aber er bat so dringend, sich ein paar Augenblicke zu ihm zu setzen.

Er plauderte wie immer: in abgerissenen Sätzen, in der sehr lebhaften Art, die er sich, trotz seiner siebzig Jahre, bewahrt hatte. Er erzählte von gemeinsamen Bekannten. Ohne ein paar boshafte Ausfälle ging es dabei nie ab.

Als sie im Begriffe waren, sich zu trennen, ließ er sich noch versprechen, daß sie heute abend mit ihm diniere. Das müsse sie schon für einen alten Freund tun. Nicht im großen Speisesaal — gräßlich mit den vielen Leuten! Er würde den gelben Salon reservieren lassen.

Monika zeigte sich am Abend in brillanter Laune. Sie scherzte und lachte und berauschte sich schließlich an ihrer eigenen Gesprächigkeit.

Die Unterhaltung zwischen ihnen beiden flog hin und her wie ein Tennisball, den zwei geschickte Spieler sich zuschleudern.

Wie früher war es.

Nein, doch nicht wie früher...