Sie war eben daran, mit einigen energischen Bürstenstrichen ihr zerzaustes Haar zu ordnen, als Auguste, das sechzehnjährige Abwaschmädchen, das eine besondere Zuneigung zu Monika entwickelte, hereinpolterte.

Sie erzählte in dem besten Deutsch, das sie aufzubringen vermochte, daß bei der Gnädigen Besuch aus Hahndorf sei und sie und Fräulein Marie und die Gäste eben im Salon Kaffee tränken.

„Hat Tante schon nach mir gefragt?“ sagte Monika hastig.

Auguste bejahte, fügte aber mit verschmitztem Grinsen hinzu, sie habe dem Diener gesagt, Fräulein Monika sei in den Ställen und werde wohl sofort wieder hereinkommen.

„Schönen Dank, Auguste. Und jetzt hilf mir mal die Bluse zuhaken.“

Mit Blitzgeschwindigkeit hatte Monika eine andere Bluse übergeworfen.

Besuch aus Hahndorf! Also jedenfalls Dragoner! — —

Um so enttäuschter war sie, als sie im Salon nur Damen fand.

„Ach, Monika, ich ließ Dich schon herbitten,“ sagte die Tante — und dann zu der neben ihr sitzen den Dame gewendet: „Meine Nichte Monika Birken.“

„Ah, Baroneß Birken,“ sagte die hagere, ältliche Dame mit einer offiziersmäßig scharfen Stimme, „ich habe Ihren Papa gut gekannt.“