Es traf sie wie ein Schlag, als jetzt Frau von Teufel sagte: „Ich denke, Violette Holl paßt dafür am besten. Mit ihrer stattlichen Erscheinung und den goldblonden Haaren. Also die Phantasie: Violette von Holl. — Die Sportsdame: ich!“

Ein nicht ganz zu unterdrückendes Erstaunen bemächtigte sich der Anwesenden. Niemand hatte geahnt, daß die Teufelin mitspielen wollte.

Sie selbst ging sehr schnell über diese Tatsache hinweg.

„Die Salondame: nun, vielleicht Frau von Roßberg, da das keine Rolle für ein junges Mädchen ist. Die Studentin: Fräulein von Holtz. Ich bin überzeugt, das liegt Ihnen, Fräulein Marie. Die Tänzerin: ich hatte Fräulein von Birken gedacht, aber Erika Holl bat so, ob sie nicht die Rolle haben könnte. Sie wird das ja auch sicherlich sehr graziös machen. Und das brave, junge Mädchen, ich denke, das ist für Fräulein von Birken.“

Monika machte ganz erstaunte Augen. Es war das erstemal in ihrem Leben, daß man sie als „ein braves junges Mädchen“ bezeichnete. Sie war mit der Rolle nicht sehr einverstanden. Sie hatte sich nun mal auf die Phantasie verspitzt.

„Ich dachte: Fräulein von Birken, weil sie doch die Jüngste ist; ihr muß das Backfischhafte doch am besten liegen.“

Monika fand — ein seltener Fall bei ihr — keine Entgegnung. Sie war noch ganz in Nachdenken versunken, als die Damen schon lange weg waren, nachdem man noch verabredet, wann die erste Probe stattfinden solle.

Zwischen den Cousinen herrschte langes Stillschweigen. Endlich rang sich Marie zu einer Art Ehrenerklärung durch. „Im übrigen muß ich Dir noch sagen, Mone, die Tendenz von Deinem Dingsda ist gar nicht so überspannt, wie Du sonst bist. Daß der Leutnant das einzig häuslich erzogene, junge Mädchen nimmt, ist riesig vernünftig.“

„Was, vernünftig?! Nur ein Beweis für seine haarsträubende Dummheit ist es. In der Ehe langweilt er sich doch tot mit dieser kleinen Gans!“

„Was?!“