Mūsa erwiderte (etwas diplomatisch vielleicht): »Christen und Juden erachten wir uns gleich.«

»Und die Mohammedaner?« erkundigte ich mich.

»Die halten wir für Schweine.«

Das waren Mūsas Glaubenssätze. Was sie bedeuten, will ich nicht zu wissen behaupten. Hadūdmadūd aber ist wahrscheinlich Gogmagog, wenn das der Sache zu größerer Klarheit verhilft.

Die Sonne sank, als wir uns von der Kirchenschwelle erhoben und über die Ruinen von Kefr Lāb heimwärts zu klettern begannen. Jenseits des Dorfes stießen wir auf brüchigen Boden, und auf der Spitze des Hügels sah ich große Höhlungen unter den Felsen. Mūsas Genosse machte Halt vor denselben und sprach:

»An solchen Stellen suchen wir nach Schätzen.«

»Und findet ihr sie?« sprach ich.

Er erwiderte: »Ich habe nie einen entdeckt, aber man hört viel erzählen. So verlor einst, wie berichtet wird, ein Hirtenknabe eine Ziege und durchsuchte das Gebirge nach ihr. Endlich fand er sie in einer Höhle, die ganz mit Goldmünzen gefüllt war. Schnell verstopfte er den Eingang und eilte heim, um einen Esel zu holen, den er mit dem Golde beladen konnte. In seiner Hast aber ließ er die Ziege in der Höhle, und als er zurückkam, fand er weder Höhle noch Ziege, noch Gold, soviel er auch suchte.«

»Und ein andermal,« sagte Mūsa, »schlief ein Knabe in den Ruinen von Kefr Lāb und träumte, er hätte einen großen Schatz in der Erde gefunden und danach gewühlt. Als er erwachte, waren seine Hände wirklich mit Goldstaub bedeckt, aber er hatte keine Ahnung mehr von der Stelle, wo er gegraben.«

Keine dieser Erzählungen bot jedoch genügend Anhaltspunkte, um die Ausrüstung einer Schatzgräberexpedition nach dem Djebel Sim'ān zu rechtfertigen.