Armes Schreiberlein!

Sechs Menschen guckten es an. Da mußte es wohl fremd und scheu werden. »Ach, laßt es doch, wie es ist,« sagte es ablenkend und setzte sich auf die hinterste Ducht, immerfort nach dem Wasser guckend.

Aber der Fährmann war aufmerksam geworden.

»Hört de Hund ne dorto?« fragte er.

»Nein,« sagte das Mädchen, »er ist uns von der Geest nachgelaufen.«

»Denn schall dat Oos ok ne mit,« entschied der Fährmann. »Rut mit di! Rut!« Er erhob das schwere Ruder und scheuchte den Hund damit ins Wasser, daß das Tier über und über bespritzt wurde und entsetzt zurückwich.

Dann stieß er eilig ab.

Das Schreiberlein schwieg. »Sprich, steh auf, ruf!« schrie es in ihm, aber die alte Lebensangst und Furcht hatte sich riesenhoch in ihm erhoben und preßte ihm die Kehle zu. Wie ein geducktes Vöglein saß es da und sah nach dem Hund.

In dessen Augen lag ein schmerzlicher Ausdruck der Verlassenheit, als er das Boot sich entfernen sah, er winselte und heulte und kroch auf und ab, lief hin und her und guckte verlangend über das Wasser. Ein Altländer rief lockend: »Komm, komm!« Auch in dem Schreiberlein rief es: »Komm, komm!« aber über seine Lippen rang sich kein Laut.

Der Hund watete bis an den Bauch in das Wasser hinein und streckte die Schnauze vor, als wollte er schwimmen.