»De swümmt gliek,« rief ein Knecht.

»Ja, schwimm!« dachte das Schreiberlein und fühlte, daß des Hundes Blick an seinem Gesicht hing, aber es vermochte kein lautes Wort zu finden.

Das Boot kam immer weiter in den Strom hinein.

Der Hund blieb lange Zeit in dem strömenden Wasser stehen, dann watete er langsam nach dem Trockenen zurück. Noch einige Male lief er verlangend auf und ab, stand wieder still und sah dem Boote nach, dann drehte er sich um und lief den Damm hinauf. Oben angekommen, stand er wieder still, sah eine lange Weile zurück, dann lief er fort und verschwand hinter den Weidenbüschen, die den Weg umgaben.

Armes Schreiberlein.


»Tut es Ihnen leid?« fragten die Wandergefährten, als sie am jenseitigen Ufer angekommen waren und nach dem Deiche gingen.

Das Schreiberlein gab keine Antwort, es guckte sich aber immerfort um und sah nach dem anderen Ufer, das still und verlassen dalag, und wartete, daß der Hund wiederkomme. Dann wollte es rufen, so laut es konnte, und er sollte herüberschwimmen. Es konnte nicht begreifen, daß es so gekommen war, und begann den erbärmlichen Verrat zu erkennen, den es sich an seinem treuen Genossen hatte zuschulden kommen lassen.

Der Lehrer gab sich Mühe, ihm einzureden, daß der Hund sein Haus auf der Geest haben müsse, ein ausgesetztes Tier wäre gewiß nicht so reinlich gewesen, daß es sich vermöge seines Geruchssinnes leicht zurückfinden werde, vielleicht schon wieder auf der Geest spiele, aber das Schreiberlein war nicht zu überzeugen. Es guckte nur über das Wasser, schüttelte mit dem Kopf und sagte:

»Das mag Sie rechtfertigen, mich nicht!«