»Den Felsen? Nur den Felsen? Ist dies nicht Helgoland?«
»Der Priester hat es anders ausgelegt.«
»Ausgelegt.« Sie sann eine Weile. Dann sagte sie ernst: »Es hilft uns nicht, Kai. Er gewinnt. Nun weiß ich es. Wer das kann, kann alles.«
Es kam so.
Von Tag zu Tag mußte sie bekannte Schritte vermissen. Die Holzschuhe, die Filzpantoffeln, die Seestiefel: aller Klang ging nach und nach verloren.
Es wurde oben stiller und stiller.
Die Königin saß immer noch im Sonnenschein, aber sie hörte kaum noch hin und fragte selten.
Eines Morgens aber horchte sie hoch auf. Da stieß einer hart mit dem Schwert auf die Bohlen und lachte. Der von Juist war es.
»Da hab ich gesucht und gegrübelt, Königin, dir eine Freude zu machen, bin gefahren von Amsterdam nach London und von Bremen nach Köln und hab gefragt und getan – und war doch alles nichts Rechtes. Erst eben unten am Strand kam es mir zupaß. Stand er da breitbeinig, der Mann im Weiberrock. Erzählt in einem fort, ich weiß nicht was. Aber als ich hinzukomme, wird er dreist, guckt mich frech an und will mir das Eiland verwehren, sagt, ich solle umkehren, und ich wäre auf falschem Wege gewesen. Grad, als wenn er was von Seefahrt wüßte. Er gibt nicht nach, – umkehren, umkehren; da mußt' ich ihn still machen. Der sagt kein Wort mehr.«