„Un wo is Backbord?“ fragte der Zimmermann, ein Däne.
„Dor frog dien Großmudder man no,“ antwortete Störtebeker, „mi kannst ne förn Buern hebben.“
Er blieb aber bei den Matrosen, bis Kap Horn ihn von achtern aussang. Der Segelmacher, der großes Gefallen an ihm gefunden hatte — alle alten Seeleute sind wunderlich tiefe Kinderfreunde! —, schenkte ihm einen ausgestopften fliegenden Fisch, und sie entließen den kleinen Seemann mit Adjüst und Good bye.
Der Kapitän nahm ihn mit in seine Kajüte und wies ihm seine kleinen Schiffe, das große Haifischmaul und den aus Holz geschnitzten, wunderlichen Götzen, der mit dem Kopf nickte, wenn man ihn ansah. Auch er freute sich über Störtebeker, und als der eine kleine nautische Prüfung mit Auszeichnung bestanden hatte, bekam er die Reichsprämie von dem Alten: ein weißseidenes Halstuch, das in Tschifu gekauft war.
„Nu gröt dien Vadder, du lütte Seeröver“ — damit wurde Störtebeker zuletzt entlassen, und als er mit Kap Horn auf der Kaje ging, standen die Matrosen auf der Back und guckten ihm nach, wie er hinter Eisenbahnwagen und Baumwollballen im Dunkel der Nacht verschwand. Und sie sprachen noch lange von ihm.
Klaus Mewes aber bewunderte das Halstuch und den fliegenden Fisch und ließ sich das große Belebnis erzählen, während der Knecht mit blanken Augen auf der Bank saß und noch ganz von seinem alten Schiff erfüllt war.
Als der Kapitän der „Elisabeth“ den andern Tag etwas in der Bürgermeister-Smidt-Straße zu besorgen hatte, machte er einen Umweg und ging über den Alten Hafen, um die beiden Seefischer wiederzusehen und dem großen Klaus Mewes, von dem sein alter Matrose ihm so viel erzählt hatte, einen Godendag zu entbieten. Aber der Ewer war schon in der Morgenfrühe nach See gesegelt, so daß Käppen Vinnen kein Glück damit hatte.
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Einmal hatten sie dicht beim ersten Feuerschiff eingezogen und waren dabei, den Fang zu sichten und die Fische zu kehlen.
Störtebeker nahm die Knurrhähne aus, die er besser halten konnte als die glatten Schollen und die schleimigen Zungen. Da sah er unter dem Tang und den Seesternen einen besonders großen, dicken Steinbutt spaddeln. Er zog ihn heraus und wies ihn herum: „Kiek mol, Vadder, wat förn scheunen Steenbutt, rein en Stoot!“