Da tat sich alles zusammen, was von Fischern zu Hause war. Sie holten die Totenangeln vom Strandvogt, machten die Leinen klar und segelten mit den Booten nach dem Fahrwasser hinaus, um die ertrunkene Frau zu fischen. Die ganze Tide trieben sie zwischen Teufelsbrücke und Godefroo auf und ab.

Klaus Mewes, Kap Horn und Störtebeker waren auch mit ihrem Boot dabei. Sie sprachen aber wenig.

Als es Flut geworden war und das Fahrwasser sich mit Schiffen füllte, schlichen alle Boote mit müden Segeln nach dem Deich zurück. Sie hatten die Tote nicht gefunden. Die Elbe hielt sie fest.

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Drei Tage später lief der Wind raum, das heißt auf Finkenwärder: nördlich. Da zog Klaus Mewes getrost seine Segel auf und hievte den Anker, um zu fahren. Lustig flatterte die Flagge über der Besansgaffel und über dem Toppsegel drehte sich der Flögel wie ein bunter Vogel.

Gesa stand unter den Linden und winkte mit der Hand.

Störtebeker lag noch mit seinem Kahn längsseits des Ewers, als wenn er der Lotse wäre, der das Schiff aus dem Hafen zu bringen hätte. Als Hein seinen Tamp loswerfen wollte, machte er Lärm und hielt darum an, daß sie ihn ein Stück schleppten. Sein Vater bewilligte es. Sie warfen ihm ein längeres Tau zu, das er im Stevenring befestigen mußte, und zogen dann mit ihm los.

„So geiht he god, Vadder,“ rief er vergnügt, als der Ewer recht an den Wind kam und gute Fahrt machte, und freute sich über den Schaum vor seinem Bug und über die großen Segel, die ihn beschatteten.

Bidewind war der Laertes ein besonders schnelles Schiff. Er zog mächtig davon und hatte den Neß bald hinter sich. Störtebeker sollte abschwenken und umkehren, er wollte aber noch nicht, und weil das Wetter gut war, tat sein Vater ihm den Gefallen und nahm ihn noch weiter mit.

Junge, was für eine Fahrt! Der Kahn lag mit dem Achterdollbaum fast mit dem Wasser gleich und Störtebeker mußte aufmerksam mit dem Riemen steuern, damit er sich trocken hielt.