„Büst du denn ok nich mehr bang?“ fragte nun Kap Horn lauernd. „No See dröft blot welk, de nich bang sünd.“

„Ne, Kap Horn, bang bün ik ne,“ erwiderte der Junge treuherzig.

„Vörn dode Mus woll nich, Störtebeker, un vörn brodten Gnurrhohn ok woll nich, ober wenn di en lütjen Rottenbieter inne Meut kummt, denn neihst ut, wat kannst, un schreest: Mudder, Mudder, Mudder!“

„Lögen, Lögen, Lögen!“ stritt Störtebeker und pekte ihn mit der hölzernen Knüttnadel. „Ik bün vör keen Hund bang un vör gornix!“

„Wenn du ober op See keen Land mehr sehn kannst, denn geiht dat Bölken doch los?“

„Ne, schreen do ik gewiß ne.“

„Denn warst du ober seekrank!“

„Ne, Kap Horn, ik warr ne seekrank!“

Das klang gerade so, als wenn sein Vater sagte: ik blief ne! Und Klaus Mewes sah seinen Jungen an und dachte: was soll in dem wohl anders stecken als ein Fahrensmann? Dann sagte er, und es klang wie ein Gelübde: „Man still, Störtebeker, du kummst to Sommer mit an Burd!“

Der Junge freilich hatte für die Feierlichkeit keinen Sinn und ließ ein enttäuschtes: „Och, to Sommer irst!“ fallen, das den Knecht zu der Bemerkung veranlaßte, es wäre jetzt noch zu kalt auf See.