Und er ist doch ein rechter, wohlgemuter, unerschrockener Fischermann. Nicht als finsterer Fliegender Holländer geht er einher: viel ähnlicher ist er dem blonden Konradin, der tapfer lachend über die Alpen zog, nur von seinem Schwert begleitet, und sich sein Königreich erobern wollte.

Daß er so lachen kann, der junge Klaus Mewes! Urgroßvater, Großvater und Vater sind geblieben, seine Mutter ist vor Gram gestorben, er hat die schweren Winterstürme vor sich — und dennoch lacht er, wie die Sonne, wenn sie scheint.

An Land ist er ein Kind, das gern mit Kindern spielt, auf See aber ein verwegener Draufgänger, der sich vor keinem Wind verkriecht und lieber ein Segel in die See gehen läßt, als daß er ein Reff einsteckt. Die Furcht, die schon der Junge nicht kannte, hat auch in der Seele des Mannes keinen Raum.

Ein sturer Fischer ist der junge Klaus Mewes, er macht die schnellsten und besten Reisen. Das weiß der ganze Deich. Und wenn ein Junggast bei ihm als Koch gefahren hat, so nimmt ihn jeder Schiffer gern als Knecht, denn die Fahrzeit bei dem jungen Klaus Mewes ist wie Kriegszeit und wird doppelt gezählt.

Und doch ist er ein Fischermann aus Lust, wie sein lachender, glücklicher Vater, den er in Gedanken immer bei sich stehen hat, wenn er steuert. Bei ihm an Bord ist nichts von der Not der Zeit zu spüren, die die stolzen Flotten von Finkenwärder und Blankenese bis auf neunzig Schiffe zerschlagen und zertrümmert hat: er hat Leute genug: wie der Magnet das Eisen, so zieht er das tüchtige Jungvolk, den Nachwuchs von Finkenwärder, der noch Lust zur Seefischerei hat, mit Gewalt an sich.

Er brauchte nicht während des Winters zu fischen, denn er hat im Sommer Geld genug verdient, daß er geruhig auflegen könnte: aber er geht dennoch auf die Austern los. Was ihn treibt, ist das, was Hagen trieb, den Zug ins Heunenland mitzumachen: es ist ihm um die Ehre zu tun! Er muß überall der erste sein! Er kann und will sich nicht sagen lassen, daß er hinter dem Ofen gesessen hätte, während andre in den Austern gewesen seien!

Er weiß, daß sie auf ihn sehen, wie auf ihren Führer, und er ist stolz darauf und freut sich dessen.

Als der Kutter auf der Helling saß, machte der junge Klaus Mewes einige Reisen als Fischdampferkapitän, um sein großes Steuermannspatent auch einmal auszunutzen: er fischte im Angesichte von Island im Schein der Mitternachtssonne und an der Küste von Marokko in der Glut des Samums, er sah sich Aberdeen und Lissabon an: als aber sein Kutter zu Wasser gelassen war, da bedankte er sich selbst lachend bei seinem Reeder und zog es vor, sein eigenes Schiff zu steuern und nichts über sich zu haben, als seine Segel und seinen Herrgott!

Er hat sein schönes Schiff erreicht, der junge Klaus Mewes. Er springt an Bord und ruft die Leute auf.

Sie wollen fahren!