Lachend gab der große Seefischer seiner jungen Frau die Hand und hielt ihre fest: „Goden Dag!“

„Goden Dag!“ sagte sie verhalten und wollte ihre Hand lösen, aber er hielt sie fest und sah ihr in die Augen. Da wurde sie rot und sagte verwirrt: „Lot mi doch los, Klaus, wat scheut de Lüd dinken!“

Er hielt sie fester und hätte sie noch lange nicht losgelassen, wenn nicht der Junge dazwischengetreten wäre und gesagt hätte: „To, Vadder, lot ehr los, se schall sik klor moken!“

„Wullt mit, Mudder?“

Sie nickte: „Jo, dütmol goh ik mit, Vadder! Is jo scheun Wedder!“

Dann saßen sie beim Kaffee und aßen und tranken, die großen, braunen Gesellen, die sich fünf Wochen auf der See herumgetrieben hatten, und konnten alle drei kaum soviel antworten, als Störtebeker fragte. Er mußte alles wissen, wo sie gefischt und wieviel sie gefangen hatten, wo sie zu Markt gewesen waren und wieviel sie gebört hatten, was für Wetter sie gehabt hatten und so weiter. Wie eine Mühle ging ihm der Mund, wie eine Pfeffermühle.

Gesa zog ihren Sonntagsstaat an und machte Störtebeker stadtgemäß, obgleich er sich zur Wehr setzte, denn er mochte nicht glatt gehen. Das Viehwerk wurde in die Obhut der Nachbarin gegeben, dann ging es mit Kahn und Boot nach dem Ewer hinaus, der sich groß und schön auf dem blanken Wasser spiegelte: Klippklapp sagte das Spill, als die Kette aufgehievt wurde.

Die Flut nahm sie auf ihren breiten Rücken und brachte sie durch das Nienstedter Loch nach dem Fahrwasser zwischen die vielen Segel; dort war soviel Wind, daß sie in geruhiger Fahrt bald bis Altona kamen, wo sie an der Fischerbrücke Tamp legten. Störtebeker spielte bald mit Seemann auf den Luken, bald nahm er Kap Horn in seemännischen Angelegenheiten in Anspruch, bald guckte er neugierig in den Bünn, in dem das Wasser wirbelte und ab und zu eine Scholle auftauchte, um schnell wieder hinunter zu schwimmen, bald saß er auf der Kapp bei Hein Mück, der Kartoffeln schälte, und aß getrocknete Knurrhähne. Oder er besah die Seeäpfel und Seesterne, die sie ihm mitgebracht hatten.

Er überholte die Schieblade, in die sein Vater die Pfennige zu tun pflegte, und grabbelte eine ganze Handvoll Kupfer heraus. Dann spielte er den Schelm und kratzte am Mast, damit mehr Wind komme. Und wenn seine Mutter ängstlich den ankommenden Dampfern entgegensah, die Entfernungen maß und bat: „Vadder, stür doch af, wat wi keen Hoveree kriegt,“ dann lachte er sie aus und sagte: „Mudder: de Damper mütt dat Seilschipp ut den Weg gohn! Wi brukt uns ne to wohren.“

„Worum denn nich?“ fragte Kap Horn lauernd.