Jelena: Nein, er ist noch nicht hier gewesen.
Lisa: Nein, noch nicht … Ab ins Haus.
Melanija: sie hat mir ja gar nicht guten Tag gesagt - wie blaß sie ist!
Jelena: Sie hatte gestern wieder einen Anfall …
Melanija: Wieder? Die Ärmste! … Sie sagen, ich soll es vergessen. - Nein, ich werde nicht vergessen, ich darf es nicht vergessen. Vergesse ich es, so stelle ich nächstens wieder so etwas an. Meine teure, was bin ich für ein schlechtes Geschöpf! Frech, verdorben … Viele Gedanken habe ich nicht, und auch diese sind nicht gerade, sondern krümmen sich wie die Würmer nach allen Seiten hin. Und ich will diese Gedanken nicht haben … ich will sie nicht! Ich will anständig sein, es ist mir ein Bedürfnis, anständig zu sein, sonst kann ich noch so viel Schaden anrichten.
Jelena: Sie wollen es, also werden Sie es. Was haben sie für ein schreckliches Leben hinter sich. … sie müssen ausruhen und das Vergangene vergessen.
Melanija: Ich habe es schwer gehabt! … das weiß Gott! Wie hat man mich geprügelt … aber nicht mein Körper, nicht meine Wangen tun mir leid, nur meine Seele … Meine Seele haben sie verdorben … mein Herz befleckt … An das Gute zu glauben, fällt mir schwer, und was ist das Leben ohne diesen Glauben? Da ist zum Beispiel Boris - der macht sich über alles lustig und glaubt an nichts. Was ist er denn? - Wie ein heimatloser Hund läuft er herum. Sie haben mir gleich geglaubt. Ich war erstaunt. Sie wird dich betrügen, dachte ich. Aber statt dessen waren Sie zärtlich gegen mich und haben mich über mich selbst aufgeklärt.
Jelena: Es ist genug. Lassen wir das, meine Liebe.
Melanija: und wie gut, wie einfach Sie das gemacht haben. Glauben sie mir, nicht das Weib in mir liebt ihn, sondern der Mensch … den Menschen in mir habe ich nämlich vorher nie gefühlt, an den habe ich nicht geglaubt …
Jelena: Wie ich mich freue, daß Sie das erfaßt haben!