Wagin: Wie hat es denn eigentlich angefangen?
Melanija: ich weiß es nicht … ich verstehe die ganze Geschichte nicht … es ist nur schrecklich … Und Sie zeichnen ? Wie Sie das nur können …
Wagin: Und Sie - atmen? Können Sie - nicht atmen? Na, genug, Alter, hier hast du deine zwanzig Kopeken! Wirft das Geldstück Roman vor die Füße.
Melanija: Ist Jelena Nikolajewna allein? Ich gehe zu ihr, vielleicht braucht sie etwas … O Gott im Himmel … Boris muß beerdigt werden und alles … und ich habe noch gar nichts angeordnet … Habe nur einen Blick auf ihn geworfen und bin hierhergefahren … Auf den Straßen lärmt das Volk so merkwürdig. Die Leute laufen herum und scheinen erregt zu sein … und ich … ich verstehe nicht … immer sehe ich sein blaues Gesicht vor mir, wie es mir zunickt, und die ausgestreckte Zunge … Es lacht noch immer. Geht weinend ins Haus.
Roman mit Genugtuung: Sieh mal einer an … Die Dame da weint … Warum denn?
Wagin: Ihr Bruder ist gestorben.
Roman: Ah - ah! Na - … Das tut nichts … das ist ja ein Grund! … Sonst weinen die Weiber ja sehr oft ohne Grund … Gibt man ihnen nur eins ins Genick, so fangen sie schon an zu heulen. Der Lärm auf der Straße wird lauter. Dumpfe Rufe ertönen. Mischa stößt hinter der Szene einen Schreckensruf aus: »Roman!« Du kannst warten! Horcht. Vielleicht ein Feuer … oder jemand kriegt Prügel … Wohl ein Dieb. Na - auch den Dieben macht man das Leben sauer. Man kann ja gehen und nachsehen …
Jelena kommt heraus, Wagin sieht sie fragend an. Sehr erregt: Ich fürchte, sie kommt nicht darüber hinweg.
Wagin: Ach … hören sie auf. Das kommt ja nicht zu erstenmal vor.
Jelena: Doch, so ist sie noch nie gewesen. Sie zeigt schon die Verschlagenheit der Wahnsinnigen. Zuerst bat sie um Gift … und dann wurde sie plötzlich merkwürdig ruhig … aber aus ihren Augen glänzte eine tierische List.