Melanija: Ja? Wie mich das freut! Ich wünschte so sehr, daß Sie berühmt werden …
Antonowna mürrisch abgehend: In der Stadt sprechen sie schon alle von ihm … Er ist schon berühmt …
Melanija: Ich hoffe, Sie werden noch einmal so eine Art Pastähr werden …
Protassow: Hm - darauf kommt es nicht an. Es heißt aber Pasteur … Ist das mein Buch, das Sie da haben? Haben sie es gelesen? Nicht wahr, das ist interessanter als ein Roman?
Melanija: Gewiß! Aber diese Zeichen …
Protassow: Die Formeln?
Melanija: Von Formeln verstehe ich nichts!
Protassow: Die muß man ein wenig lernen … Jetzt werde ich Ihnen eine Physiologie der Pflanzen zum Lesen geben … Vor allem aber und mit größter Aufmerksamkeit vertiefen sie sich in das Studium der Chemie! Studieren Sie Chemie und wieder Chemie! Wissen Sie, das ist eine ganz außerordentliche wissenschaftliche Disziplin! Sie ist, im Verhältnis zu anderen Wissenschaften, noch verhältnismäßig wenig entwickelt, aber schon jetzt erscheint sie mir wie das Auge, das alles sieht. Ihr scharfer, kühler Blick dringt sowohl in die Sonnenmasse und in das Dunkel des Erdkörpers wie in die fernsten unsichtbaren Tiefen unseres Herzens, Melanija seufzt, in das geheimnisvolle Wachstum des Steines, in das stumme Leben des Baumes. Die Chemie überblickt alles, und während sie überall Harmonie entdeckt, forscht sie hartnäckig nach dem Ursprung des Lebens … und sie wird ihn finden, wird ihn finden! Wenn die Chemie erst dahin gelangt sein wird, die Geheimnisse der Zusammensetzung der Materie zu ergründen, wird sie imstande sein, ein lebendes Wesen in einer Retorte herzustellen.
Melanija entzückt: Gott, warum halten Sie keine Vorlesungen?
Protassow: Wie kommen Sie darauf?