Lisa betrübt pikiert: Boris Nikolajewitsch! Sie sind so schlicht, wahrheitsliebend und stark … aber …
Tschepurnoi: Na, schlagen Sie doch gleich zu!
Lisa: Warum wollen Sie durchaus so grob erscheinen? Sie machen sich unangenehm und lächerlich. Warum?
Tschepurnoi: Aber ich will es ja gar nicht …
Lisa: Das Leben hat so viel Rohes, so viel Schreckliches … und Grausames … daß man milder und besser werden müßte …
Tschepurnoi: Wozu soll man denn lügen? Wenn die Menschen roh und grausam sind, liegt es in ihrer Natur …
Lisa: Nein, das ist nicht richtig!
Tschepurnoi: Nicht richtig? Sie selbst denken doch so … und fühlen so … Haben Sie nicht selbst gesagt, daß die Menschen - Tiere, daß sie roh und schmutzig sind, und daß Sie sich vor ihnen fürchten? Das weiß ich auch, und ich glaube es Ihnen … Aber wenn sie mir einreden wollen - daß man die Menschen lieben muß, so glaube ich Ihnen nicht. Das sagen Sie nur aus Furcht …
Lisa: Sie verstehen mich nicht! …
Tschepurnoi: Das kann sein … aber ich verstehe, daß man etwas Nützliches und Angenehmes lieben kann, z. B. Ein Schwein, das uns Schinken und Speck gibt, Musik, Krebse, Bilder kann man lieben … Aber den Menschen - nein! Er ist weder nützlich noch angenehm …