Lisa: Um Gottes Willen! Warum reden Sie so?
Tschepurnoi: Man muß die Wahrheit aussprechen, die man fühlt … Auch ich habe versucht, gut zu sein. Hab mir da einen Jungen von der Straße aufgelesen und dachte daran, ihn zu erziehen. Und was geschah? Er mauste mir meine Uhr - und riß aus! Dann hab ich mal ein junges Mädchen, auch von der Straße, zu mir genommen … ein ganz junges Ding. Ich dachte, nun, wir wollen zusammen leben, und dann werden wir heiraten … Eines schönen Tages betrank sie sich und fuhr mir in die Physiognomie.
Lisa: Hören Sie auf! Können Sie denn nicht begreifen, daß man über solche Dinge nicht spricht?
Tschepurnoi: Aber warum denn nicht? Mir ist es ein Bedürfnis, mich einmal über mein ganzes Leben auszusprechen … Vielleicht wird meine Seele dadurch reiner …
Lisa: Sie sollten heiraten …
Tschepurnoi: Haha! Ich sage auch - ich sollte heiraten …
Lisa: Sie müßten ein junges Mädchen finden, das …
Tschepurnoi gelassen: Sie wissen doch: ein Mädchen hätt ich schon gefunden, und es sind jetzt bald zwei Jahre, daß ich sie umkreise wie der Bär den Honigspalt …
Lisa: Sie - schon wieder? Lieber Boris Nikolajewitsch, ich habe Ihnen meinen endgültigen Entschluß mitgeteilt … Es ist unumstößlich und unabänderlich!
Tschepurnoi: Na, vielleicht doch? Ich bin ein Kleinrusse, und die sind halsstarrig … Also vielleicht doch? …