Melanija: Ja! Oh, ja! Sie können mich verstehen, Sie müssen mich verstehen! Darum spreche ich auch mit Ihnen so - ich sage Ihnen alles, ich weiß, Sie werden mich begreifen. Sie werden mich nicht betrügen. Vielleicht werde auch ich noch ein Mensch, wenn Sie mich nicht betrügen.
Jelena: Warum sollte ich Sie betrügen … ich verstehe Ihr krankes Herz … Kommen Sie zu mir … Kommen Sie.
Melanija: Wie Sie sprechen! Wäre es möglich, daß auch Sie ein guter Mensch sind?
Jelena nimmt sie bei der Hand: Glauben Sie mir … glauben Sie mir, wenn die Menschen aufrichtig wären, würden sie einander verstehen!
Melanija folgt ihr: Ich weiß nicht, ob ich Ihnen glauben soll oder nicht. Ihre Worte verstehe ich … Ihre Gefühle - unmöglich! … Sind Sie gut oder nicht? Sehen Sie … ich getraue mich nicht, an etwas Gutes zu glauben … Ich habe nichts Gutes gesehen … und ich selbst - bin schlecht und sündhaft … In einem Tränenmeer habe ich meine Seele gebadet … aber sie ist noch immer schwarz … Beide ab. Roman sieht aus der Ecke hervor, hat ein Beil in der Hand. Aus dem Garten kommen Lisa und Tschepurnoi, Antonowna aus dem Hause.
Antonowna: Schau, schau … alle sind sie auseinandergelaufen. Das ist ein Getue, als ob man's mit Halbverrückten zu tun hätte. Lisonjka, worüber grübelst du denn immer? Du solltest dich setzen …
Lisa: Ach, laß mich …
Antonowna: Du brauchst dich nicht zu ärgern … bei deiner schwachen Gesundheit! Brummend ab ins Haus.
Tschepurnoi: Die gute, besorgte Alte … Sie liebt Sie wohl sehr?
Lisa: Das ist so eine eigne Sache … Sie ist daran gewöhnt, nach dem Rechten zu sehen … sie lebt über dreißig Jahre bei uns … ist sehr stumpf und starrköpfig … merkwürdig … so lang ich denken kann, wurde in unserm Hause Musik gemacht, und die besten Gedanken wurden ausgesprochen … aber sie ist davon weder klüger noch besser geworden … Protassow und Wagin kommen aus dem Hause.