Wesentlich nicht gleich allgemein oder konstant. Nicht durch Generalisation werden die wesentlichen Merkmale gewonnen, obgleich sie ihre Gewinnung vorbereiten kann, sondern, durch die der Generalisation vorausgehende Abstraktion. Ein Fall, Ein Beispiel genügt für die Gewinnung; sie wird vermittelt durch den Blick des Geistes, den nicht alle besitzen, der der Intuition ähnlich ist und wie diese noch keine Erkenntnis bildet.

Achte Untersuchung.

Die wesentlichen (begrifflichen) Merkmale sind nicht aus den sinnlichen (vorstellungsmässigen) abzuleiten [10]

Sinnenbilder Grundlage alles Erkennens. Sinnenbilder der Ausdehnung und Bewegung selbst ausgedehnt und bewegt, schon darum verschieden von den Begriffen der Ausdehnung: Vielheit der gleichzeitigen Teile und Berührung, der Bewegung: Vielheit der aufeinanderfolgenden Teile und Übergang. Sinnenbilder Zusammenfassungen von Empfindungen ohne gegenständlichen Charakter. Wie erhalten die Empfindungen gegenständlichen Charakter, oder wie werden sie zu Vorstellungen? Willensdinge – Substanzen, Ursachen. Das Finden der wesentlichen Merkmale ein Schaffen; doppelte Funktion desselben: Vereinzelung der Teile des Ausgedehnten und Bewegten, Zusammenfassung der sich berührenden [pg XI] und ineinander übergehenden – beides Voraussetzung der betreffenden Urteile. Begriff und Sinnenbild von Punkt, Linie, Fläche, Geist. Auch das negative Urteil setzt den Blick für das, was anders ist, voraus.

Neunte Untersuchung.

Das Wesen der Dinge [14]

Nicht das Sinnenbild des Kreises, der Ellipse, eher die mathematische Formel, das Gesetz für beide, weiterhin das Gesetz für ihre Stellung unter den Kegelschnitten, endlich ihre Stellung in der Gesamtwirklichkeit – das Wesen der Ellipse und des Kreises; Wesen und Wahrheit dasselbe. Wesen nicht unveränderlicher Seinskern.

Zehnte Untersuchung.

Der Begriff der Philosophie [15]

Wesen der Farbe, des Menschen unerkennbar. Trotzdem die Erkenntnis des Wesens das Ziel des Erkennens. Philosophie Wissenschaft vom Wesen der Dinge und Wissenschaft der Fragen. Wesen des Erkennens? Wesen der Erscheinung der Dinge in uns? Wesen der Orts- und Zeitbestimmungen? Erkennen kein Abbilden.