Elfte Untersuchung.
Die Wahrheit das höchste Gut [18]
Wahrhaft schön, wahrhaft sittlich – was alle als solches anerkennen müssen. Unser Begriff von den Dingen zu unterscheiden von dem Begriff, der ihr Wesen, ihre Stellung in der Gesamtwirklichkeit bestimmt. Für den ersteren gilt: nicht ohne dass es wahr ist, ist etwas gut und schön, für den letzteren: dadurch, dass es wahr ist, ist es schön, gut. Wesen und Wahrheit des Nichtseinsollenden, Scheinbaren? Seine Wirklichkeit nicht zu bezweifeln. Vielleicht ist es das anmasslich Selbständige.
Zweiter Hauptteil.
Unser Wissen.
Dritter Abschnitt: Kennzeichen der Wahrheit.
Zwölfte Untersuchung.
Bestandteile des Erkenntnisvorgangs [19]
Wesentlich gleich zugehörig, zusammengehörig; Wesen gleich Zusammengehörigkeit – Grundbegriff des Erkennens. Das was zusammengehörig ist, und seine Zusammengehörigkeit zu unterscheiden. Das Vorgefundene a) Sinnenbilder, b) Vorstellungen Vorstufe des Erkenntnisvorgangs, Erste Stufe: Erfassung dessen, was zusammengehörig, was wesentlich durch den Blick des Geistes – keine Erkenntnis, [pg XII] eine Abstraktion als Hinsehen, Festhalten, eine schaffende Thätigkeit. Ihr Ergebnis Einzelgebilde des Denkens, auf Grund deren erst die Urteilsthätigkeit möglich ist. Zweite Stufe: Einleuchten der Zusammengehörigkeit kein Zwang, keine Nötigung, – noch keine Erkenntnis. Dritte Stufe: Einsicht in die Zusammengehörigkeit, Sehen, Wahrnehmen derselben, – eigentliche Erkenntnis. Vierte Stufe der ersten entsprechend: Gedanklicher Ausdruck der Einsicht im Urteil erzeugt ein neues Gebilde des Denkens – eine Verbindung, kein Einzelgebilde. Fünfte Stufe der zweiten entsprechend: Bewusstsein der Wahrheit, der Objektivität. Fünfte und zweite Stufe objektiv. Sechste Stufe: Gewissheit der dritten entsprechend Ausschluss des Zweifels, – positiver Zustand. Sechste und dritte Stufe subjektiv. Einleuchten, nicht die Einsicht Kriterium, gemäss dem wir über wahr und falsch urteilen. Einsicht das, wodurch wir die Wahrheit erkennen.
Dreizehnte Untersuchung.