Martin. Das kann wohl sein.—Es ist ein Wechselbalg, den die Hölle durch—durch einen unzüchtigen Beischlaf mit der Weisheit dieser Welt erzeugt hat;—es ist—ja, sieh, das ist ein Atheist. So hat ihn unser Pfarr abgemalt; der kennt ihn aus großen Büchern.
Johann. Einfältiger Schöps!—Sieh mich doch einmal an.
Martin. Nu?
Johann. Was siehst du an mir?
Martin. Nichts, als was ich zehnmal besser an mir sehen kann.
Johann. Findest du denn etwas Erschreckliches, etwas Abscheuliches an mir? Bin ich nicht ein Mensch, wie du? Hast du jemals gesehen, daß ich ein Fuchs, ein Esel, oder ein Kannibal gewesen wäre?
Martin. Den Esel laß immer weg, wenn ich dir antworten soll, wie du gerne willst.—Aber, warum fragst du das?
Johann. Weil ich selbst ein Atheist bin; das ist, ein starker Geist, wie es jetzt jeder ehrlicher Kerl nach der Mode sein muß. Du sprichst, ein Atheist brenne lebendig in der Hölle. Nun! rieche einmal: riechst du einen Brand an mir?
Martin. Drum eben bist du keiner.
Johann. Ich wäre keiner? Tue mir nicht die Schande an, daran zu zweifeln, oder—Doch wahrhaftig, das Mitleiden verhindert mich, böse zu werden. Du bist zu beklagen, armer Schelm!