Damis. Verzeihen Sie mir, wann ich ein wenig zerstreut geantwortet habe! Ich dachte eben nach,—warum wohl die Rabbinen—das Schurek M'lo Pum heißen.

Chrysander. Mit dem verdammten Schurek! Gib doch auf das acht, was der Vater mit dir spricht!—(Er nimmt ihm das Buch aus der Hand.) Du hast ihn also nicht gekannt? Ich besinne mich; es ist auch nicht wohl möglich. Als er starb, war Juliane noch sehr jung. Ich nahm sie gleich nach seinem Tode in mein Haus, und Gott sei Dank! sie hat viel Wohltaten hier genossen. Sie ist schön, sie ist tugendhaft; wem sollte ich sie also lieber gönnen als dir? Was meinst du?—Antworte doch! Stehst du nicht da, als wenn du schliefest!—

Damis. Ja, ja, Herr Vater. Nur eins ist noch dabei zu erwägen.—

Chrysander. Du hast recht; freilich ist noch eins dabei zu erwägen: ob du dich nämlich geschickt befindest, bald ein öffentliches Amt anzunehmen, weil doch—

Damis. Wie? geschickt? geschickt? Sie zweifeln also an meiner Geschicklichkeit?—Wie unglücklich bin ich, daß ich Ihnen nicht sogleich die unwidersprechlichsten Beweise geben kann! Doch es soll noch diesen Abend geschehen. Glauben Sie mir, noch diesen Abend.—Die verdammte Post! Ich weiß auch nicht, wo sie bleibt.

Chrysander. Beruhige dich nur, mein Sohn. Die Frage geschahe eben aus keinem Mißtrauen, sondern bloß weil ich glaube, es schicke sich nicht, eher zu heiraten, als bis man ein Amt hat; so wie es sich, sollte ich meinen, auch nicht wohl schickt, eher ein Amt anzunehmen, als bis man weiß, woher man die Frau bekommen will.

Damis. Ach, was heiraten? was Frau? Erlauben Sie mir, daß ich Sie allein lasse. Ich muß ihn gleich wieder auf die Post schicken. Anton! Anton! Doch es ist mit dem Schlingel nichts anzufangen; ich muß nur selbst gehen.

Sechster Auftritt

Anton. Chrysander.

Anton. Rufte mich nicht Herr Damis? Wo ist er? was soll ich?