Chrysander. Höre also; mit Julianens Vermögen steht es so: ihr Vater kam durch einen Prozeß, den er endlich doch mußte liegenlassen, kurz vor seinem Tode um alle das Seine. Jetzt nun ist mir ein gewisses Dokument in die Hände gefallen, das er lange vergebens suchte und das dem ganzen Handel ein ander Ansehen gibt. Es kömmt nur darauf an, daß ich so viel Geld hergebe, den Prozeß wieder anzufangen. Das Dokument selbst habe ich bereits an meinen Advokaten nach Dresden geschickt.—
Anton. Gott sei Dank! daß Sie wieder zum Kaufmanne werden! Vorhin hätte ich bald nicht gewußt, was ich aus Ihnen machen sollte.—Aber Julianens Einwilligung haben Sie doch schon?
Chrysander. Oh! das gute Kind will mir, wie es spricht, in allem gehorchen. Unterdessen hat sich doch schon Valer auf sie gespitzt. Er hat mir vor einiger Zeit auch seine Gedanken deshalb eröffnet. Ehe ich das Dokument bekam—
Anton. Ja, da war uns an Julianen so viel nicht gelegen. Sie machten ihm also Hoffnung?
Chrysander. Freilich! Er ist heute von Berlin wieder zurückgekommen und hat sich auch schon bei mir melden lassen. Ich besorge, ich besorge—Doch wenn mein Sohn nur will—Und diesen, Anton, du verstehest mich—Ein Narr ist auf viel Seiten zu fassen; und ein Mann wie du kann auf viel Seiten fassen.—Du wirst sehen, daß ich erkenntlich bin.
Anton. Und Sie, daß ich ganz zu Ihren Diensten bin, zumal wenn mich die Erkenntlichkeit zuerst herausfordert und—
Siebenter Auftritt
Anton. Chrysander. Juliane.
Juliane. Kommen Sie doch, Herr Chrysander, kommen Sie doch hurtig herunter. Herr Valer ist schon da, Ihnen seine Aufwartung zu machen.
Chrysander. Tut Sie doch ganz fröhlich, mein Jungferchen!