Martin Krumm (trotzig). Ach! ich habe nicht Zeit! Ich weiß schon, Sie wollen mit mir plaudern. Ich habe wichtigere Sachen zu tun. Ich mag Ihre Heldentaten nicht zehnmal hören. Erzählen Sie sie jemanden, der sie noch nicht weiß.
Der Reisende. Was höre ich? vorhin war der Vogt einfältig und höflich, jetzt ist er unverschämt und grob. Welches ist denn Eure rechte Larve?
Martin Krumm. Ei! das hat Sie der Geier gelernt, mein Gesicht eine Larve zu schimpfen. Ich mag mit Ihnen nicht zanken,—sonst—(Er will fortgehen.)
Der Reisende. Sein unverschämtes Verfahren bestärkt mich in meinem Argwohne.—Nein, nein, Geduld! Ich habe Euch etwas Notwendiges zu fragen—
Martin Krumm. Und ich werde nichts drauf zu antworten haben, es mag so notwendig sein, als es will. Drum sparen Sie nur die Frage.
Der Reisende. Ich will es wagen—Allein, wie leid würde mir es sein, wann ich ihm unrecht täte.—Mein Freund, habt Ihr nicht meine Dose gesehn?—Ich vermisse sie.—
Martin Krumm. Was ist das für eine Frage? Kann ich etwas dafür, daß man sie Ihnen gestohlen hat?—Für was sehen Sie mich an? für den Hehler? oder für den Dieb?
Der Reisende. Wer redt denn vom Stehlen? Ihr verratet Euch fast selbst—
Martin Krumm. Ich verrate mich selbst? Also meinen Sie, daß ich sie habe? Wissen Sie auch, was das zu bedeuten hat, wenn man einen ehrlichen Kerl dergleichen beschuldigt. Wissen Sie's?
Der Reisende. Warum müßt Ihr so schreien? Ich habe Euch noch nichts beschuldigt. Ihr seid Euer eigner Ankläger. Dazu weiß ich eben nicht, ob ich großes Unrecht haben würde? Wen ertappte ich denn vorhin, als er nach meiner Uhr greifen wollte?