Marinelli. Geschwind sage mir, was du mir zu sagen hast!—Ist er tot?
Angelo. Es tut mir leid um den guten Herrn.
Marinelli. Nun da, für dein mitleidiges Herz! (Gibt ihm einen Beutel mit Gold.)
Angelo. Vollends mein braver Nicolo! der das Bad mit bezahlen müssen.
Marinelli. So? Verlust auf beiden Seiten?
Angelo. Ich könnte weinen um den ehrlichen Jungen! Ob mir sein Tod schon das (indem er den Beutel in der Hand wieget) um ein Vierteil verbessert. Denn ich bin sein Erbe, weil ich ihn gerächet habe. Das ist so unser Gesetz; ein so gutes, mein ich, als für Treu' und Freundschaft je gemacht worden. Dieser Nicolo, Herr Kammerherr.
Marinelli. Mit deinem Nicolo!—Aber der Graf, der Graf.
Angelo. Blitz! der Graf hatte ihn gut gefaßt. Dafür faßt' ich auch wieder den Grafen!—Er stürzte; und wenn er noch lebendig zurück in die Kutsche kam, so steh ich dafür, daß er nicht lebendig wieder herauskommt.
Marinelli. Wenn das nur gewiß ist, Angelo.
Angelo. Ich will Ihre Kundschaft verlieren, wenn es nicht gewiß ist! —Haben Sie noch was zu befehlen? Denn mein Weg ist der weiteste: wir wollen heute noch über die Grenze.