Marinelli. So geh.
Angelo. Wenn wieder was vorfällt, Herr Kammerherr—Sie wissen, wo ich zu erfragen bin. Was sich ein andrer zu tun getrauet, wird für mich auch keine Hexerei sein. Und billiger bin ich als jeder andere. (Geht ab.)
Marinelli. Gut das!—Aber doch nicht so recht gut.—Pfui, Angelo! so ein Knicker zu sein! Einen zweiten Schuß wäre er ja wohl noch wert gewesen.—Und wie er sich vielleicht nun martern muß, der arme Graf! —Pfui, Angelo! Das heißt sein Handwerk sehr grausam treiben—und verpfuschen.—Aber davon muß der Prinz noch nichts wissen. Er muß erst selbst finden, wie zuträglich ihm dieser Tod ist.—Dieser Tod! —Was gäb' ich um die Gewißheit!
Dritter Auftritt
Der Prinz. Marinelli.
Der Prinz. Dort kömmt sie die Allee herauf. Sie eilet vor dem
Bedienten her. Die Furcht, wie es scheinet, beflügelt ihre Füße. Sie
muß noch nichts argwöhnen. Sie glaubt sich nur vor Räubern zu retten.
—Aber wie lange kann das dauren?
Marinelli. So haben wir sie doch fürs erste.
Der Prinz. Und wird die Mutter sie nicht aufsuchen? Wird der Graf ihr nicht nachkommen? Was sind wir alsdenn weiter? Wie kann ich sie ihnen vorenthalten?
Marinelli. Auf das alles weiß ich freilich noch nichts zu antworten.
Aber wir müssen sehen. Gedulden Sie sich, gnädiger Herr. Der erste
Schritt mußte doch getan sein.
Der Prinz. Wozu? wenn wir ihn zurücktun müssen.