Der Prinz. Wo ist sie? wo?—Wir suchen Sie überall, schönstes
Fräulein.—Sie sind doch wohl?—Nun so ist alles wohl! Der Graf, Ihre
Mutter.
Emilia. Ah, gnädigster Herr! Wo sind sie? Wo ist meine
Mutter?
Der Prinz. Nicht weit; hier ganz in der Nähe.
Emilia. Gott, in welchem Zustande werde ich die eine oder den andern vielleicht treffen! Ganz gewiß treffen!—denn Sie verhehlen mir, gnädiger Herr—ich seh es, Sie verhehlen mir.
Der Prinz. Nicht doch, bestes Fräulein.—Geben Sie mir Ihren Arm und folgen Sie mir getrost.
Emilia (unentschlossen). Aber—wenn ihnen nichts widerfahren—wenn meine Ahnungen mich trügen:—warum sind sie nicht schon hier? Warum kamen sie nicht mit Ihnen, gnädiger Herr?
Der Prinz. So eilen Sie doch, mein Fräulein, alle diese
Schreckenbilder mit eins verschwinden zu sehen.
Emilia. Was soll ich tun? (Die Hände ringend.)
Der Prinz. Wie, mein Fräulein? Sollten Sie einen Verdacht gegen mich hegen?
Emilia (die vor ihm niederfällt). Zu Ihren Füßen, gnädiger
Herr.