Der Prinz. Sie lachen?
Marinelli. Wenn Sie gesehen hätten, Prinz, wie toll sich hier, hier im Saale, die Mutter gebärdete—Sie hörten sie ja wohl schreien!—und wie zahm sie auf einmal ward, bei dem ersten Anblicke von Ihnen—Ha! ha!—Das weiß ich ja wohl, daß keine Mutter einem Prinzen die Augen auskratzt, weil er ihre Tochter schön findet.
Der Prinz. Sie sind ein schlechter Beobachter!—Die Tochter stürzte der Mutter ohnmächtig in die Arme. Darüber vergaß die Mutter ihre Wut, nicht über mir. Ihre Tochter schonte sie, nicht mich, wenn sie es nicht lauter, nicht deutlicher sagte—was ich lieber selbst nicht gehört, nicht verstanden haben will.
Marinelli. Was, gnädiger Herr?
Der Prinz. Wozu die Verstellung?—Heraus damit. Ist es wahr? oder ist es nicht wahr?
Marinelli. Und wenn es denn wäre!
Der Prinz. Wenn es denn wäre?—Also ist es?—Er ist tot? tot?—(Drohend.) Marinelli! Marinelli!
Marinelli. Nun?
Der Prinz. Bei Gott! Bei dem allgerechten Gott! Ich bin unschuldig an diesem Blute.—Wenn Sie mir vorher gesagt hätten, daß es dem Grafen das Leben kosten werde—Nein, nein! und wenn es mir selbst das Leben gekostet hätte!.
Marinelli. Wenn ich Ihnen vorher gesagt hätte?—Als ob sein Tod in meinem Plane gewesen wäre! Ich hatte es dem Angelo auf die Seele gebunden, zu verhüten, daß niemanden Leides geschähe. Es würde auch ohne die geringste Gewalttätigkeit abgelaufen sein, wenn sich der Graf nicht die erste erlaubt hätte. Er schoß Knall und Fall den einen nieder.