Der Prinz. Wahrlich, er hätte sollen Spaß verstehen!
Marinelli. Daß Angelo sodann in Wut kam und den Tod seines Gefährten rächte.
Der Prinz. Freilich, das ist sehr natürlich!
Marinelli. Ich hab es ihm genug verwiesen.
Der Prinz. Verwiesen? Wie freundschaftlich!—Warnen Sie ihn, daß er sich in meinem Gebiete nicht betreten läßt. Mein Verweis möchte so freundschaftlich nicht sein.
Marinelli. Recht wohl!—Ich und Angelo, Vorsatz und Zufall: alles ist eins.—Zwar ward es voraus bedungen, zwar ward es voraus versprochen, daß keiner der Unglücksfälle, die sich dabei ereignen könnten, mir zuschulden kommen solle.
Der Prinz. Die sich dabei ereignen—könnten, sagen Sie? oder sollten?
Marinelli. Immer besser!—Doch, gnädiger Herr—ehe Sie mir es mit dem trocknen Worte sagen, wofür Sie mich halten—eine einzige Vorstellung! Der Tod des Grafen ist mir nichts weniger als gleichgültig. Ich hatte ihn ausgefodert; er war mir Genugtuung schuldig, er ist ohne diese aus der Welt gegangen, und meine Ehre bleibt beleidiget. Gesetzt, ich verdiente unter jeden andern Umständen den Verdacht, den Sie gegen mich hegen, aber auch unter diesen?—(Mit einer angenommenen Hitze.) Wer das von mir denken kann!
Der Prinz (nachgebend). Nun gut, nun gut.
Marinelli. Daß er noch lebtet. O daß er noch lebte! Alles, alles in der Welt wollte ich darum geben—(bitter) selbst die Gnade meines Prinzen—diese unschätzbare, nie zu verscherzende Gnade—wollt' ich drum geben!