Orsina. Er komme und befehle mir es noch einmal. Ich erwarte ihn.
Marinelli (leise zu dem Obersten, den er beiseite ziehet). Mein Herr, ich muß Sie hier mit einer Dame lassen, die—der—mit deren Verstande—Sie verstehen mich. Ich sage Ihnen dieses, damit Sie wissen, was Sie auf ihre Reden zu geben haben—deren sie oft sehr seltsame führet. Am besten, Sie lassen sich mit ihr nicht ins Wort.
Odoardo. Recht wohl.—Eilen Sie nur, mein Herr.
Siebenter Auftritt
Die Gräfin Orsina. Odoardo Galotti.
Orsina (nach einigem Stillschweigen, unter welchem sie den Obersten mit Mitleid betrachtet, so wie er sie mit einer flüchtigen Neugierde). Was er Ihnen auch da gesagt hat, unglücklicher Mann!
Odoardo (halb vor sich, halb gegen sie). Unglücklicher?
Orsina. Eine Wahrheit war es gewiß nicht—am wenigsten eine von denen, die auf Sie warten.
Odoardo. Auf mich warten?—Weiß ich nicht schon genug?—Madame!—Aber, reden Sie nur, reden Sie nur.
Orsina. Sie wissen nichts.