Der Donner
Es donnert!—Freunde, laßt uns trinken!
Der Frevler und der Heuchler Heer
Mag knechtisch auf die Kniee sinken.
Es donnert!—Macht die Gläser leer!
Laßt Nüchterne, laßt Weiber zagen!
Zeus ist gerecht, er straft das Meer:
Sollt er in seinen Nektar schlagen?
Der Faule
Rennt dem scheuen Glücke nach!
Freunde, rennt euch alt und schwach!
Ich nehm teil an eurer Müh:
Die Natur gebietet sie.
Ich, damit ich auch was tu,—
Seh euch in dem Lehnstuhl zu.
Der Fehler
Angelika ist jung und reich.
An Schönheit meiner Phyllis gleich.
Ich kann nichts Schöners nennen;
Das wissen die, die Phyllis kennen.
Sie redet ungezwungen rein;
Sie scherzt empfindlich und doch fein;
Ihr biegsam redlich Herze fühlt;
Sie tanzt, sie singt, sie spielt.
Wenn meine Phyllis untreu wird—
O werde sie es nie!
Wenn sie es aber wird,
So lieb ich keine sonst als sie.
Doch—hab ichs auch bedacht?
Nein, einen Fehler treff ich an,
Der alles nichtig macht.
Sie liebet ihren Mann.
Der Fehler der Natur an Hr. M.
Freund! du erforschest die Natur.
Sprich! Ists nicht wahr, sie spielt nicht nur,
Sie fehlt auch oft in ihren Werken.
Ja, ja sie fehlt. Oft in der Eil
Versetzt sie dies und jenes Teil.
Ich selbst kann meinen Satz bestärken.
Denn hätt sich ihre Götterhand,
Als sie mich baute, nicht verloren;
So wär ich an der Mosel Strand,
Wo nicht doch in Burgund geboren.
O Mosler, o Burgunderwein,
Ich, ich sollt euer Landsmann sein!
Der Flor
O Reize voll Verderben!
Wir sehen euch, und sterben.
O Augen, unser Grab!
O Chloris, darf ich flehen?
Dich sicher anzusehen,
Laß erst den Flor herab!