Ihr Alten trinkt, euch jung und froh zu trinken:
Drum mag der junge Wein
Für euch, ihr Alten, sein.
Der Jüngling trinkt, sich alt und klug zu trinken:
Drum muß der alte Wein
Für mich, den Jüngling, sein.
Der bescheidene Wunsch
Der Pfennig, den man andachtsvoll
Dem Priester beichtend geben soll,
Gilt mehr als im gemeinen Leben
Ein Pfennig, den wir Iro geben.
Die Klügsten müssen durch Dukaten
Den Sinn des kleinen Worts erraten.
Man nehm es nicht buchstäblich an,
Der Buchstab bringet Tod und Bann.
"Ach! schenkte mir mein lieber Gott
Nur einst mein liebes bißchen Brot;
Ich wollte mich begnügen lassen
Und keinen Reichen neidisch hassen."
Oh, das ist Staxen leicht zu sagen,
Doch, wollt ihr eine Wette wagen,
Stax schließet Fische, Braten, Wein
Mit in den Wunsch des Brotes ein.
O Liebste! machet dir mein Mund
Den heißen Wunsch nach Küssen kund,
So wisse, daß ich mehr begehret
Als dir mein scheuer Mund erkläret.
Ein Kuß bei mir ist—Soll ichs sagen?
Doch still! Du willst mich heimlich fragen.
Komm! jener Lustwald ruft dir zu:
O Mägdchen! was du tun willst, tu!
Der größte Mann
Laßt uns den Priester Orgon fragen:
Wer ist der größte Mann?
Mit stolzen Mienen wird er sagen.
Wer sich zum kleinsten machen kann.
Laßt uns den Dichter Kriton hören:
Wer ist der größte Mann?
Er wird es uns in Versen schwören:
Wer ohne Mühe reimen kann.
Laßt uns den Hofmann Damis fragen:
Wer ist der größte Mann?
Er bückt sich lächelnd; das will sagen:
Wer lächeln und sich bücken kann.