Ein Orpheus spielte; rings um ihn,
Mit lauschendem Gedränge
Stand die erstaunte Menge,
Durchs Ohr die Wollust einzuziehn.
Ein Trinker kam von ungefähr,
Und taumelte den Weg daher.
Schnell faßt' er sich, blieb horchend stehn,
Und ward entzückt, und schriee: Schön!
So schön, als wenn bei meinem wackern Wirte
Das helle Paßglas klirrte!
Die Mutter
Strenge Phyllis dich zu küssen,
Dich ein einzigmal zu küssen,
Hab ich dich nicht bitten müssen!
Und doch darf ich dich nicht küssen.
Sagst du? "Meine Mutter spricht:
Phyllis, Tochter küsse nicht!"
Ist es so was Böses, küssen?
Liegt kein Trieb dazu im Blut?
Doch—weg mit den schweren Schlüssen!
Laß sie warnen! kurz und gut;
Was geht der die Mutter an,
Die selbst Mutter werden kann?
Die Namen
Ich fragte meine Schöne:
Wie soll mein Lied dich nennen?
Soll dich als Dorimene,
Als Galathee, als Chloris,
Als Lesbia, als Doris,
Die Welt der Enkel kennen?
Ach! Namen sind nur Töne:
Sprach meine holde Schöne.
Wähl selbst. Du kannst mich Doris,
Und Galathee und Chloris,
Und—wie du willst mich nennen;
Nur nenne mich die Deine.
Die Planetenbewohner
Mit süßen Grillen sich ergötzen,
Einwohner in Planeten setzen,
Eh man aus sichern Gründen schließt,
Daß Wein in den Planeten ist:
Das heißt zu früh bevölkern.
Freund, bringe nur zuerst aufs reine,
Daß in den neuen Welten Weine,
Wie in der, die wir kennen, sind:
Und glaube mir, dann kann ein Kind
Auf seine Trinker schließen.
Die Planetenbewohner