Gestern liebt ich,
Heute leid ich,
Morgen sterb ich:
Dennoch denk ich
Heut und morgen
Gern an gestern.
Lob der Faulheit
Faulheit, itzo will ich dir
Auch ein kleines Loblied bringen.
O—wie—sau—er—wird es mir,—
Dich—nach Würden—zu besingen!
Doch, ich will mein Bestes tun,
Nach der Arbeit ist gut ruhn.
Höchstes Gut! wer dich nur hat,
Dessen ungestörtes Leben—
Ach!—ich—gähn—ich—werde matt—
Nun—so—magst du—mirs vergeben,
Daß ich dich nicht singen kann;
Du verhinderst mich ja dran.
Nach der 15. Ode Anakreons
Was frag ich nach dem Großsultan,
Und Mahomets Gesetzen?
Was geht der Perser Schach mich an,
Mit allen seinen Schätzen?
Was sorg ich ihrer Kriegesart,
Und ihrer Treffen halben?
Kann ich nur meinen lieben Bart
Mit Spezereien salben.
Kann ich nur mein gesalbtes Haupt
Mit Rosen stolz umschließen,
Und wenn mir sie ein Mädchen raubt,
Das Mädchen strafend küssen.
Ein Tor sorgt für die künftge Zeit.
Für heute will ich sorgen.
Wer kennt, mit weiser Gründlichkeit,
Den ungewissen Morgen?
Was soll ich hier, so lang ich bin,
Mich um die Zukunft kränken?
Ich will mit kummerlosem Sinn
Auf Wein und Liebe denken.